„Swingin’ Christmas“ als Show im Kasseler Opernhaus

Auf amerikanische Art

Wie die legendären Weltstars Dean Martin, Frank Sinatra und Sammy Davis jr.: Nigel David Casey (von links), Henrik Wager und Andreas Wolfram beim Auftritt im Opernhaus. Foto: Klinger

Kassel. Am Freitagabend gab es vor vollen Rängen im Opernhaus Bachs „Weihnachtsoratorium“ – zehn Sekunden lang. Dann war Schluss mit protestantischem Tiefgang, mit „Besinnlichkeit“ und Hirtenromantik.

„Swingin’ Christmas“ war die Devise, und das Staatstheater hatten dafür keine Kosten und Mühen gescheut, um drei Weltstars zu gewinnen: Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis jr. Da die drei legendären Sänger vom „Rat Pack“ bereits im swingenden Himmel weilen, mussten begabte Nachfolger und Nachahmer einspringen.

Und es gelang, die leichte und unbeschwerte Atmosphäre der Fünfziger und Sechziger einzufangen. Am besten schaffte es Nigel David Casey, sich dem Stern seines Vorbilds Dean Martin zu nähern, auch Henrik Wager als Frank Sinatra hatte den Superstar in Sichtweite, bei Andreas Wolfram als Sammy Davis fehlte etwas mehr.

Weihnachten in Amerika ist häufig eine heitere Angelegenheit. Die beliebtesten Lieder, die auch diesseits des Atlantiks bekannt sind, platzen oft vor Fröhlichkeit: „We Wish You A Merry Christmas“, „Santa Claus Is Coming To Town“, „Frosty The Snowman“. Unter der Leitung von Patrik Ringborg spielten eine fünfköpfige Band und das komplette Staatsorchester auf der großen Showtreppe und produzierten in gelungenen Arrangements von Martin Yates und Tobias Geismann den authentischen Sound der großen Zeit amerikanischen Entertainments.

Und die Frauenquote. Sie wurde zahlenmäßig voll ausgeschöpft, doch von Spitzenpositionen waren die drei Sängerinnen trotz ihrer unbestreitbaren Qualifikation weit entfernt. Anna Nesyba, Katja Friedenberg und Judith Lefeber durften je einmal mit einem der Stars zusammen singen. Ansonsten stellten die drei stilecht gekleideten „Girls“ den Hintergrundchor. Orchesterdirektorin Insa Pijanka war sogar zur Bardame degradiert - eine Rolle, die sie in ihrem weißen Kleid mit großer Würde ausfüllte.

Das Publikum gab nicht vor der dritten Zugabe auf, sodass es noch in den Genuss des aufgesparten „I’m Dreaming Of A White Christmas“ und des unverzichtbaren „New York, New York“ mit Wager alias Sinatra kam.

Wieder am: 21.12., 27.12.2014, 1.1. (Neujahrskonzert), 4.1. und 17.1.2015. Karten: 0561-1094-222.

Von Johannes Mundry

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