Schule 1958 und heute: Lichtenbergschüler präsentierten Theaterstück „Hula Hoop“

Amüsante Zeitsprünge

Mit Schwung und Schmackes: Eine Szene aus „Hula Hoop“. Foto:  Zgoll

Kassel. Durch einen Spiegel in eine andere Zeit und Welt: ein Regieeinfall, dem unsere Fantasie gern folgt. So auch bei „Hula Hoop“, dem selbst geschriebenen Stück, mit dem Neuntklässler des Kurses für Darstellendes Spiel des Lichtenberg-Gymnasiums am Mittwoch im gut gefüllten Theatersaal eine erfolgreiche Premiere feierten. Die Leitung hatte Anke Hardt.

Ein köstlich unterhaltsames Stück, lebendig und prickelnd wie Brausepulver, süß wie Zuckerwatte. Und doch mehr als nur gute Unterhaltung.

Ingeborg (Deborah Gaiser) und Lena (Lena Splettstößer), zwei 15-jährige Mädchen, und die Zeit, in der sie leben, stehen im Mittelpunkt. Die eine 1958, die andere heute. Schule, Moral, Partnerschaft, Träume – wo sind Gemeinsamkeiten, wo Unterschiede? Ein Spiegel wird zur Pforte in die jeweils andere Welt.

Schon für die Bühne muss ein großes Lob vergeben werden. Da lächeln Elvis und Peter Kraus von den Wänden, wird in Petticoats und Tellerröckchen gewirbelt, in der „Milchbar“ mit echter, alter Jukebox nach dem Prinzen geschmachtet. Dazu der Charme der jungen Darsteller, wenn von Eigenheim und Einbauküche geträumt wird oder kreischende Hysterie einsetzt, sobald ein Elvis-Konzert in der Gegend ist – herrlich. Gelungen auch der Spagat zur Gruppe Jugendliche Marke 2013.

Unterhaltsame Kontraste waren Trumpf. Schule 1958: Mit Respekt vorm Lehrer und Hingabe werden Gedichte aufgesagt. Schule heute: Tucholsky wird gerappt, Handy und Coolness sind angesagt, Lehrer werden fertiggemacht, auf Partys folgen den Flachmännern Gleichgewichtsstörungen. Fazit: liebenswertes, buntes Popcorn-Theater – nicht ohne Realitätsgehalt.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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