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Helge Schneider lässt das Publikum im Theaterstübchen jubeln

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Von: Kirsten Ammermüller

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Beherrscht viele Instrumente: Helge Schneider im Theaterstübchen.
Beherrscht viele Instrumente: Helge Schneider im Theaterstübchen. © Andreas Fischer

Mit einem exklusiven Sneak-In-Konzert gastierte Helge Schneider im Theaterstübchen

Kassel – Treffen sich zwei Oldtimerfans. Sagt der eine zum anderen ... Was beginnt, wie ein Witz, endete am Sonntagabend im Theaterstübchen mit einem Höhepunkt absurd komischer, musikalisch brillanter Bühnenperformance mit Helge Schneider.

Das Publikum im prall gefüllten Theaterstübchen kam in den Genuss, ganz exklusiv ein wenig in das neue Programm „Der letzte Torero – Big L.A. Show“ hereinhören zu dürfen, mit dem Schneider ab Februar auf Tour geht (13.2. Kassel, Stadthalle).

Los geht es mit dem Bass-Saxofon, welches sich der Musiker schnappt und anfängt, ihm Töne zu entlocken. Ein Thema ist erkennbar. Für die beiden Bandmitglieder Sandro Giampetro an der Gitarre und Sascha Barasa Suso am Schlagzeug ausreichend, um zu wissen, wo die Reise hingeht. Sie springen auf den von Schneider ins Rollen gebrachten Zug auf, bleiben wendig und flexibel, nehmen jede Abzweigung, jede wilde Drehung souverän. Überhaupt hängen die beiden Musiker ständig an den Augen des Meisters, übernehmen auf Fingerzeig das Solo. Es ist diese unglaubliche Flexibilität aller drei Musiker, die das Spiel zu einem Feuerwerk der Jazz-Improvisation macht. Denn Helge Schneider ist Jazz-Musiker durch und durch.

Er ist aber auch Komiker zu gleichen Anteilen, baut in sein Spiel gekonnt slapstick-artige Momente ein. Um Schneider herum gibt es einen Flügel, ein Mellotron, eine Minimoog und eine Farfisa-Orgel – allesamt Instrumente mit Seltenheitswert – Schneider bedient mal jenes, mal das andere oder auch beides gleichzeitig. Der Musiker lässt ein „Für Elise“ aufblitzen, das in „Katzeklo“ hinübergleitet. Weitere Instrumente findet er um sich herum – Trompete, Blockflöte, Melodica, Gitarre – und baut sie in sein Spiel ein. Ganz autonom erscheint der tanzende Sergej Gleithmann, der sich ab und zu aus dem Hintergrund nach vorne begibt.

Bleiben noch die Texte. Anarchisch, skurril, absurd. Schneider bleibt seiner Linie treu, für die er im September mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor ausgezeichnet wurde, wundert sich, „dass man euch mit so blöden Sachen zum Lachen bringen kann“. Am Ende verkündet er: „Wir spielen noch ein Lied zu Ende, dann gehen wir nach Hause.“ Gesagt, getan – so ist Helge.

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