Aufführung einer Fassung von 1788

Ein anderer Messias

Göttingen. Vertraut und doch fremd, so kam den Zuhörern das festliche Oratorienkonzert am Freitag (Wiederholung am Pfingstmontag) in der Göttinger Stadthalle vor, denn es gab nicht die englische oder eine der üblichen deutschen Fassungen von Händels „Messias“, die landauf, landab gesungen werden.

Was Nicholas McGegan und das Festspiel-Orchester aufführten, war eine kaum bekannte Version von etwa 1788 aus der Feder des Komponisten Johann Adam Hiller, der sowohl den gesamten Text aus dem Englischen übersetzt als auch musikalische Retuschen vorgenommen hat.

Ungewohnter Klang

Einige „neue“ Instrumente wie Horn und Flöte sowie der Ersatz des Cembalos durch ein Pianoforte schafften einen ungewohnten Klang. Musiziert wurde gleichwohl im Sinne barocker Aufführungspraxis. Aus dem Quartett der vier Gesangssolisten (Dominique Labelle, Monica Groop, Virgil Hartinger, Raimund Nolte) ragten vor allem die beiden Männerstimmen heraus.

Das größte musikalische Ereignis des stark gefeierten Konzerts aber war der nur 33-köpfige NDR-Chor (Einstudierung: Frank Markowitsch), dessen flexible, sanft schwingende, in allen Punkte bin ins letzte Detail akkurate und musikalisch hochwertige Leistung höchstes Lob verdient.

Von Johannes Mundry

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