Frieda Braun gastierte mit ihrem Programm „Sammelfieber“ im Theaterstübchen

Mit André Rieu im Herzen

„Wir haben ja die Beichte“: Frieda Braun als Spendensammlerin im Theaterstübchen. Foto: Schoelzchen

Kassel. Wenn man sie so sieht, dann meint man, sie schon irgendwo erlebt zu haben. Irgendwo im Alltag. Aus sicherem Abstand. Als Treppenhaus-Tratsche im Kittelkleid zum Beispiel. Oder auf einer Tupperware-Party für Kriegerwitwen. Auch dort könnte es gewesen sein.

Denn die Dame hat nicht nur Brillengläser, so riesig groß wie Straußeneier, und sieht mit ihrem Kittelkleid und der von einem Haarnetz gebändigten Lockenwicklerfrisur aus wie ein Modell für das Alte-Jungfern-Magazin, sie hat auch das passende Mundwerk dazu.

Auch am Mittwochabend im ausverkauften Theaterstübchen war Frieda Braun wieder in vielseitiger Mission unterwegs. Also als Sammlerin, Treppentratsche und KDF-Speerspitze mit dem besonderen Durchblick. KDF? Das sind die „Katholischen Frauen Deutschland“ erklärt die Ur-Mutti aus Winterberg im Sauerland. Ihre Mission in Sachen Sachspenden ist schon in den ersten Minuten von Erfolg gekrönt: „Die hängen ja schon dahinten anne Garderobe. Ich hab mal in den Taschen gewühlt, Geldspenden sind auch dabei. Danke.“

Auch ihre Mitstreiterinnen von den KDF sammeln Spenden auf ihre ureigene Art. Die „Kollekten-Aga, die dem Pfarrer hilft, die hat so tolle große Taschen mit Tupperdosen drinne und pumpt inne Hotels Flüssigseife ab.“ Moralisch zwar nicht ganz einwandfrei, aber „wir haben ja die Beichte.“

Der besondere Vorteil: „Da müssen wir nicht einzeln hin. Reicht doch, wenn eine für alle geht.“ Frieda bringt eben nichts aus der Ruhe. Außer André Rieu: „Da möchte ich gern die Geige sein.“

Fazit: Die Beichten der bauernschlauen Frieda Braun, ihre Mundart-Salven, ihr provinzieller Schwiegermütter-Charme und ihr uriger Umgang mit der Sprache - diese Frieda ist ein Knüller. Das Publikum fiel im Minutenabstand von einem Lachkrampf in den anderen.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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