Umjubeltes Gag-Feuerwerk und viel Musik bei „Beatles on Board“ in der Komödie

Anflug auf gute Laune

Turbulenzen: Die Jet-Baguette-„Flugangstbegleiterinnen“ (von links Mary C. Bernet, Juliane Dreyer und Kerstin Gasch). Foto: Schoelzchen

Kassel. Wer einen Flug bei Jet-Baguette bucht, bekommt pures Chaos mitgeliefert. Die Maschine ist im Rentenalter, der Pilot betrunken und über Bordfunk als lallender Unterhalter zugeschaltet, der Co-Pilot liegt tot im Gepäckfach. Der Slogan „Wir wollen, dass so viele wie möglich den Flug überleben“ spricht Bände.

Wie gut, dass die Passagiere von „französelnden“, Beatles-Lieder singenden „Flugangstbegleiterinnen“ betreut werden, denn die drei charmanten Spaßbomben sind selbst so neben der Spur, dass das Himmelfahrtskommando zum actiongeladenen, bunten Bühnenspaß wird.

„Beatles on Board“ (Autor: Enrique Keil, Regie: Knut Schakinnis) heißt das Vergnügen, das die Komödie Kassel am Donnerstag vor ausverkauftem Haus zur Premiere auf die Bühne schickte. Drei irrwitzige Flugbegleiterinnen mit Namen Babette (Mary C. Bernet, dem Publikum durch ihre Rolle als Edith Piaf bekannt), Jeanette (Juliane Dreyer) und die auf trampeliges Pummelchen justierte Raclette (Kerstin Gasch) ließen Gags am laufenden Band und jede Menge Ohrwürmer der legendären Pilzköpfe als Feuerwerk der guten Laune auf das Publikum prasseln.

Das sang die Beatles-Klassiker sofort mit oder begleitete sie mit rhythmischem Applaus. Die Gesangsqualität wurde mal dem Spaßfaktor untergeordnet, bei einigen Stücken, wie „Yesterday“, wurden die Melodien aber auch wunderbar harmonisch in die Gehörgänge gestreichelt. Die Handlung? Das Flugzeug startet, Chaos, die Maschine muss „über dem Edersee“ notlanden - fertig. Das reichte völlig, um diesen Riesenspaß, mit dem Innenleben eines Passagierfliegers als Bühnenbild, zu genießen. Gags, Klamauk, Beatles-Lieder und vor allem die singenden, tanzenden und durch die Katastrophen taumelnden Golden Girls von Jet-Baguette sorgten für Bombenstimmung.

Was bietet Jet-Baguette seinen Passagieren? Kinderschwimmflügel statt Rettungswesten, T-Shirts mit der Aufschrift „Isch habbe überlebt“ und einen Schnellkurs für Notlandende: „Alle aufstehen und mitmachen. Wir warten auf den Aufprall, wir rutschen ins eiskalte Wasser. Wir winken einem Haifisch.“

Zum Abschluss Beatles-Romantik: „Let it be“. Feuerzeuge flammten auf. Lautstarker Applaus des begeisterten Publikums. Viele Termine bis 6. November, Karten: Tel. 0561/18383, www.komoedie-kassel.de

Von Steve Kuberczyk-Stein

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