ARD, 20.15 Uhr

„Der verlorene Sohn“ wagt sich an das Thema Terrorismus heran

Schwierige Begegnung: Nach zwei Jahren Haft steht Rainer (Kostja Ullmann) unerwartet vor der Tür seiner Mutter (Katja Flint). Foto: ndr

Schlafen, fressen, Freizeitstress - so fasst Rainer Schröder verächtlich das Leben seiner deutschen Familie zusammen. Er ist als ehemaliger Terrorverdächtiger aus einem israelischen Gefängnis entlassen worden und zurückgekehrt.

Auch wenn die Staatsanwaltschaft ihm keine Kontakte zur radikalen islamistischen Szene nachweisen kann, wird er vom Verfassungsschutz offen überwacht.

Kostja Ullmann spielt in dem neuen Film „Der verlorene Sohn“ den Jungen, dessen Augen wie ein unruhiges, aber mächtiges Tier in die westliche Welt blicken. Rainers Mutter (Katja Flint) ist beunruhigt, will ihn aber wieder in die deutsche Gesellschaft integrieren.

Schließlich setzt sie vor Gericht durch, dass Rainer nicht mehr vom Verfassungsschutz observiert wird. „Wollen Sie mir sagen, dass mein Sohn deswegen so gefährlich ist, weil Sie nichts gegen ihn in der Hand haben?“, hatte sie argumentiert. Rainer stellt die Szene zu Hause noch einmal nach, wiederholt was seine Mutter gesagt hat und sieht sie dabei gerade an. Bruder und Mutter erschrecken. Dann lacht Rainer, und sie stimmen unsicher mit ein.

Rainer versucht, das Leben nach seinen Regeln zu ordnen. Er betet, geht in ein türkisches Café. Die Schuhe sollen im Haus ausgezogen werden, die Frauen der Handballmannschaft seiner Mutter sind ihm zu freizügig gekleidet.

Für seinen Bruder Markus (Ben Unterkofler) geht er längst zu weit, die Mutter gibt ihn noch nicht auf. Bis sie Videos über Attentate auf seinem Computer findet. Plötzlich steht Rainer mit einem Koffer am U-Bahnhof.

Regisseurin Nina Grosse wollte einen leisen Thriller drehen, bei dem allein die Schauspieler Spannung schaffen. Es ist ihr geglückt. Was passiert, ist glaubhaft. Kostja Ullmann spielt nicht einfach den durchgeknallten Fanatiker, Katja Flint nicht nur die naive Frau. Eine spannende Entdeckung ist Ben Unterkofler als Rainers Bruder. Der Film macht nachdenklich über ein aktuelles Thema.

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