Liederabend von Dong Won Kim und Xin Tan

Anklage in Tönen

Dong Won Kim

Kassel. Auf dem Weg von der Opernbühne zum Liedpodium sind die Petrarca-Sonette von Franz Liszt eine gute Zwischenstufe. Der Tenor Dong Won Kim, Kassels Opernbesuchern unter anderem als Rodolfo in „La Bohème“ vertraut, ließ bei seinem Liederabend im Opernfoyer vor allem beim Eingangssonett „Pace non trovo“ mit strahlenden Spitzentönen einiges an Bühnendramatik anklingen.

Auf andere, auf liedhafte Weise ergreifend gelangen ihm und seinem Klavierbegleiter Xin Tan zwei Lieder aus Gustav Mahlers „Wunderhorn“-Vertonungen, „Wo die schönen Trompeten blasen“ und „Revelge“. Vor allem diesen bizarren Totenmarsch machte Kim zu einer erschütternden Anklage in Tönen. Äußerst plastisch in der Gestaltung der verschiedenen Sprechhaltungen, dazu sängerisch im besten Mahler-Ton und eindrucksvoll unterstützt durch Xin Tans rhythmisch insistierende Begleitung.

Auf sechs Mörike-Lieder von Hugo Wolf folgten zum Schluss drei Strauss-Lieder (darunter: „Heimliche Aufforderung“), in denen Dong Won Kim noch einmal seine breite Ausdrucksskala von zarten Lyrismen bis zur dramatischen Zuspitzung unter Beweis stellte. Starker Beifall und Bravos der gut 50 Zuhörer und als Zugabe von Grieg „Ein Traum“.

Von Werner Fritsch

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