Ausstellung „Die weiße Wand“ thematisiert, wie Künstler ein neues Werk beginnen und bearbeiten

Annäherung an das große Nichts

Weiß ist nicht gleich Weiß: Hildegard Jaekel (von links), Gerhild Werner, Sabine Stange und Judit Rozsas stellen zum Thema „Die weiße Wand“ im Kunstbalkon aus. Insgesamt sieben Künstler haben sich dem Thema auf verschiedene Weise genähert. Foto: Bassing

Kassel. Wie fängt ein Künstler ein Gemälde an? Welche Idee hat er für sein Kunstwerk? Wie kommt er in den Arbeitsfluss, und wo findet er das Ende? Bei der Ausstellung „Die weiße Wand“ nähern sich sieben Künstler in ihren Arbeiten dem großen, weißen Nichts. Angela Hiss, Hildegard Jaekel, Christine Reinckens, Judit Rozsas, Bernhard Skopnik, Sabine Stange und Gerhild Werner zeigen ihre Ergebnisse in Malerei, Zeichnung, Grafik, Fotografie und Installation.

„Es geht um die Situation des Künstlers, die er hat, wenn er vor dem weißen Nichts steht“, erklärt Sabine Stange. Jeder Künstler werde anders inspiriert, jeder Künstler lasse sich mit dem Beginn einer Arbeit auf etwas Neues ein. Stange hat sich dem Thema Weiße Wand fotografisch genähert und die weiße Fläche des Ausstellungsraums des Kunstbalkons zu verschiedenen Tageszeiten abgelichtet: tagsüber, bei Sonnenschein, ist die Wand weiß, nachts ist die Wand auch weiß – „Aber auf dem Foto sieht die Wand dunkel aus“, erklärt sie.

„Weiß ist nicht gleich Weiß“, bestätigt auch Judit Rozsas. Sie hat mit Leinwänden, die mit Acryl bemalt wurden, ein Fenster des Ausstellungsraums nachempfunden. Die Arbeit zeigt die verschiedenen Weiß-Töne, wenn beispielsweise die Sonne eine Wand anstrahlt oder grünliche Schatten auf der weißen Fläche zu sehen sind, die ein Baum auf die Wand wirft.

„Jeder beginnt ein neues Werk anders“, sind sich die Künstler einig. Und jeder empfinde eine weiße Wand auch anders. „Die weiße Wand bedeutet für mich Leere“, sagt Hildegard Jaekel. Auf Dauer halte niemand diese Leere aus, deshalb füllt sie in ihren Arbeiten die Leere mit Gegenständen.

Ausstellung „Die Weiße Wand“ bis 18. September, Kunstbalkon, Quiddestraße 3, Kassel; Öffnungszeiten: Donnerstag bis Samstag, jeweils 18 bis 21 Uhr, sowie nach Vereinbarung, Tel. 05 61/3 16 54 20.

Von Jessica Bassing

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