Das 1. Allgemeine Babenhäuser Pfarrerkabarett beim Sommer im Park

Anschlag auf Lachmuskeln

Lästernde Pfarrer: Hans-Joachim Greifenstein (links) und Claus-Jochen Herrmann beim Sommer im Park. Foto: Schachtschneider

Vellmar. Der eine, eine stichelnde Schmollbacke Marke: „Ich hab’s ja schon immer gewusst, aber auf mich hört ja keiner.“ Der andere ein Wutgenerator, der ständig vor der Explosion steht. Beide genussfreudige Hessen und dogmatische Pfarrer – da hat das Zwerchfell den ganzen Abend lang zu tun.

Die Gemeindepfarrer Hans-Joachim Greifenstein und Claus-Jochen Herrmann sind mal wieder im Auftrag des Herrn unterwegs. 500 Besucher kamen am Freitag nach Vellmar, um sich das urige Gespann, das mit „erkenntnistheoretischem Doping“ und „feinsinniger Weltdeutung“ unterwegs ist, zu erleben.

Es wurde viel gelacht. Dauersalven aus Anekdoten und Blödeleien feuerten die beiden ab. Und das auch noch im berüchtigten „Äppelwoi-Hessisch“. Es wurde gelästert über die geistliche Konkurrenz - „Vermehre tun sich nur die Dumme und die Katholike, am meisten die dumme Katholike“, über Buddhisten, die „wegen dem Papst aus der evangelischen Kirche austrete“, und deren Buddhafigur wie ein „Fast-Food-Engel im Spätstadium aussieht“.

Auch der Seufzer „früher war alles besser“ wurde durchgeschnauft: „De Postbote ware früher de Seelsorger. Die wusste alles. Wie die neue Kuh heißt und was der Sohn sich in seinen Joint stopft.“ Dass die Erkenntnisse des Duos nicht nur Lachfutter, sondern Realitätsspiegelung mit ernsthaftem Kern sind, interessierte an diesem Abend weniger.

Wenn Greifenstein in seinen Wuttiraden just dann ein seliges Lächeln befällt, wenn er an Äppelwoi denkt und seinem Kollegen der „geniale Gedanke“ kommt, eine „Buchstabensuppe mit Luthers 95 Prothesen“ auf den Markt zu bringen, weil die Leute dann das „Evangelium löffele, ohne es zu merke“, dann ist das sicher nicht nur komisch gemeint, aber bestens zu verdauen. Gesegneter Applaus und vier Zugaben.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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