Anschub durch Merkel: Die Göttinger Alternative-Band Alpha Academy

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Sonnige Aussichten für Alpha Academy: Michael Wenski (von links), Niko Tsagarakis, Dominik Dubik und Sebastian Hunger.

Göttingen/Borken. Ein großer Name kann auch diejenigen größer machen, die bislang zu den Kleinen zählen. Als die Göttinger Alternative-Rock-Band Alpha Academy im Januar mit den berühmten Guano Apes durch Deutschland, die Niederlande und Luxemburg tourte, waren die Hallen mit bis zu 2500 Fans ausverkauft.

Im holländischen Tilburg rasteten die Anhänger komplett aus, als das Quartett als Vorgruppe der alten Crossover-Helden auf der Bühne stand, wie Sänger und Gitarrist Dominik Dubik erzählt. Der 28-Jährige aus Borken hat festgestellt, dass es ein Vorteil ist, mit einer bekannten Band zu touren: „Da denken alle, die anderen müssen auch Stars sein.“

Stars sind die Musiker von Alpha Academy noch nicht, aber für die vor fünf Jahren gegründete Formation aus der Unistadt sieht es derzeit richtig gut aus. In dieser Woche erscheint bei der renommierten Hannoveraner Plattenfirma SPV das zweite Album. Auf „Impossible:Possible“ liefern Frontmann Dubik, Bassist Sebastian Hunger, Schlagzeuger Nikolas Tsagarakis und der neue Gitarrist Michael Wenski eine gekonnte Mischung aus Alternative-Rock, der schön nach vorn geht, und poppigen Emo-Melodien. Die Foo Fighters treffen auf Jimmy Eat World.

Vorgestellt wird die CD am Donnerstag mit einem Konzert im Göttinger Exil. Danach geht es von Hamburg bis München auf Solo-Tour. Aufgenommen haben Alpha Academy die elf Songs in der Hauptstadt, und finanziert wurden sie von der Bundesregierung.

Wie 27 andere nationale Bands wird die Gruppe durch die Initiative Musik gefördert. Deren Zwei-Millionen-Euro-Budget kommt zum Großteil vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Dubik und Co. legten einen Geschäftsplan vor, wurden ausgewählt und erhielten 11 000 Euro.

Die Nachwuchsförderung macht sich bezahlt. Selten gab es hier zu Lande so viele aufstrebende Acts. Zuletzt gab die Initiative etwa der Jazz-Combo Tingvall Trio und der Kasseler Sängerin Ira Atari Starthilfe. Nun setzen auch Alpha Academy alles auf Musik. Der angehende Soziologe Dubik hat sein Studium in Kassel hintenangestellt und jobbt nebenbei als Gitarrenlehrer.

Er weiß aber, dass er mit seinen Kollegen Geduld braucht, wie das Beispiel der befreundeten Band Jupiter Jones zeigt: Die Punkrocker aus der Eifel waren ein Jahrzehnt lang nur ein kleiner Name, ehe sie im März 2011 mit dem Hit „Still“ zur großen Nummer wurden.

Alpha Academy: Impossible:Possible (SPV/Steamhammer). Wertung: vier von fünf Sternen

Alpha Academy live: Donnerstag, 21 Uhr, Exil, Göttingen, Prinzenstraße 13.

Von Matthias Lohr

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