Ansteckendes Blues-Fieber: Die italienische Formation Morblus im Theaterstübchen

Leidenschaftlich zelebrierte die italienische Band Morblus ihre Musik: (von links) : Nik Taccori, Roberto Morbioli, Stefano Dallaporta und Daniele Scala. Foto: Hedler

Kassel. Dynamisch und gut gelaunt legen die Musiker von Morblus von der ersten Minute an los. Nichts ist zu verspüren vom „My Baby Left Me“-Schmerz, an dem Blues-Musiker ja ganz gern leiden. Im Gegenteil. Ob es daran liegt, dass diese Formation aus Italien kommt? Blues und Italien geht das überhaupt?

Genug spekuliert. Das Quartett um den energiegeladenen Sänger und Gitarristen Roberto Morbioli eröffnete am Montag im gut besuchten Theaterstübchen die Blues-Reihe. Es machte Spaß, sich von dieser leidenschaftlich zelebrierten Musik gefangen nehmen, sich auf dem Stuhl in ein rhythmisches Schaukeln versetzen zu lassen und die treibende, raue Stimme von Morbioli zu hören. Auch dass die Musik so richtig schön laut kam, passte gut zu den Arrangements. „Wem es zu laut ist, der komme zu mir. Ich habe Ohrenstöpsel“, hatte Theaterstübchenchef Markus Knierim zuvor gewarnt.

Stücke aus verschiedenen Alben der über 20-jährigen Morblus-Karriere folgten. Eigenkompositionen, aber auch Klassiker wie „Got My Mojo Workin’ (Grüße von Muddy Waters) waren dabei. Und wenn die Stimmung fast schon kochte, setzte Morbioli noch einen drauf, kam von der Bühne herunter und servierte seine Soli an den Besuchertischen. Lob muss man auch Stefano Dallaporta (Bass), Nik Taccori (Schlagzeug) und besonders Morbiolis langjährigem Bühnenkollegen Daniele Scala zollen. Der sieht zwar so gemütlich aus, als würde er am liebsten in einem Schrebergarten sitzen, legte auf der hauseigenen Hammond-Orgel aber los wie ein Berserker. Toll wie er die Hammond aufschreien ließ und sich rasante Solo-Duelle mit Morbioli lieferte.

Dass manche Stücke auf Live-Ausmaße gestreckt wurden, bisweilen gefühlte zehn Minuten schwelten und die Musiker Richtung Ekstase trieben, brachte die Stimmung ein ums andere Mal zum Brodeln. Riesenapplaus und Zugaben.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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