Der Gitarrist im Portrait

Antonio Greger: Der unsichtbare Dritte bei Milky Chance

Als Duo haben Milky Chance die Pop-Welt erobert. Dabei sind die Kasseler live längst ein Trio. Aber wer ist Gitarrist Antonio Greger eigentlich? Wir haben ihn getroffen.

Vor wenigen Wochen hat Antonio Greger in Norwegen einen dicken Fang gemacht. Der Gitarrist trat mit dem Kasseler Pop-Duo Milky Chance in Bergen auf, zwischendurch waren die Musiker Angeln. Prompt holte Greger drei Fische aus dem Wasser.

Antonio Greger

Man kann dies auf der Facebook-Seite von Milky Chance sehen. Fast 130.000 Mal wurde der Clip mit Impressionen von den letzten Konzerten abgerufen. Greger rockt auf der Bühne, gibt Autogramme, und trotzdem weiß man kaum etwas über den 24-Jährigen, der mit Sänger Rehbein und Beat-Bastler Dausch live ein Trio bildet - wie jetzt wieder auf der zweiwöchigen Nordamerika-Tour, die am Freitag mit einem Auftritt in Montauk im US-Staat New York beginnt.

International sind Milky Chance der größte Fang des deutschen Pop seit langem. Und Greger ist der Mann im Hintergrund. „Ich bin keine Rampensau. Mir reicht es, wenn ich spiele“, sagt der Blondschopf, der Rehbein und Dausch noch von der Kasseler Jacob-Grimm-Schule kennt, wo er einen Jahrgang über ihnen war. Manchmal jammten sie zusammen. Nun machen drei Schulfreunde Weltkarriere.

Als das Pop-Wunder 2012 begann, war Greger am anderen Ende der Welt. Nach dem Abi reiste er mit einem Kumpel durch Südamerika. Er machte gerade Station in Argentinien, da bekam er ein Handy-Video vom ersten Auftritt von Milky Chance im Kasseler K 19 geschickt. Wenig später lud Rehbein seinen lässigen Indietronic-Folk mit HipHop-Beats bei Youtube hoch. Der Rest ist Geschichte.

Nach seiner Südamerika-Reise machte Greger, der mit acht Geige lernte und fünf Jahre später zur Gitarre wechselte, ein Praktikum im Berliner Club Postbahnhof. Als Milky Chance in der Hauptstadt auftraten, holten sie ihren Kumpel zum ersten Mal mit der Mundharmonika auf die Bühne. 2014 brach er sein Medientechnikstudium in Hamburg ab, um nur noch mit der Band zu touren. Die wirkte früher bei Auftritten eher statisch. Das ist nun anders - auch dank Greger an Gitarre und Bass.

„Große Erwartungshaltung“

In seinem Leben hat sich gar nicht so viel verändert, sagt er. Schon früher reiste der Sohn des Kasseler Biomarkt-Betreibers Hans-Georg Greger viel: „Es ist nice, viele Kulturen kennenzulernen, und das mit der Arbeit zu verbinden.“ Zuhause ist er gern im Club Unten im Kulturbahnhof, der nun zumacht. Das ist das einzige, das ihn stört in Kassel: „Junge Kultur hat es schwer in der Stadt.“

Wie schwer es Milky Chance mit ihrem zweiten Album haben werden, das 2017 erscheint, weiß Greger nicht: „Die Erwartungshaltung ist groß. Am besten denkt man nicht darüber nach.“ Live kommen die neuen Songs jedenfalls „cool an“, hat er festgestellt.

Zudem arbeitet Greger an eigenen Songs. Er hat eine Soulband - noch ohne Namen. Und demnächst läuft in den heimischen Kinos ein Werbespot der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) mit Westernmusik von ihm. Auch da ist Greger der Mann im Hintergrund.

Zur Person

Geboren: am 21. August 1991

Ausbildung: Abitur an der Kasseler Jacob-Grimm-Schule, ein Semester Medientechnik in Hamburg

Musikalische Karriere: Greger begann als Achtjähriger mit Geige, später hatte er Gitarrenunterricht an der Kasseler Musikschule und spielte in der Indiepop-Band Monkey Business.

Privates: Lebt in einer WG im Vorderen Westen in Kassel.

Hobbys: Ab und an hilft Greger bei seinem Fußball-Club SVH Kassel in der Kreisliga B aus.

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