Falke mit neuer Kollegin

Kritik zum NDR-"Tatort": Der Terror ist unter uns

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Nach dem Abschied vom Petra Schmidt-Schaller hat Wotan Wilke Möhring eine neue Kollegin im NDR-"Tatort". Die geheimnisvolle Julia Grosz ergänzt den kumpeligen Falke gut. Trotzdem überzeugte die Folge "Zorn Gottes" nicht ganz, findet unser Kritiker Matthias Lohr.

Der NDR-„Tatort“ mit Wotan Wilke Möhring als Bundespolizist Thorsten Falke war nie ein normaler „Tatort“. Es geht immer ums große Ganze, um internationale Verschwörungen etwa. 

Zuletzt verbrannte nach einer wahren Geschichte ein Afrikaner in einer Polizeizelle. „Wir wollen gesellschaftsrelevante Themen auch mit Erklärungsansätzen darstellen“, sagt Möhring. Das versuchten Autor Florian Oeller und Regisseur Özgür Yildirim auch in „Zorn Gottes“, wo sie von islamistischen Terroristen erzählten, die einen Anschlag in Braunschweig planten. Das war spannend, weil es in erster Linie nicht um die Leiche ging, die aus einem Flugzeug fiel, sondern um die allgegenwärtige Bedrohung durch die Dschihadisten. Dazu passte die dunkle Bildsprache. 

Trotzdem war der kammerspielartige Thriller überfrachtet. Denn es ging ja auch um die Schleuser und die neue Kollegin von Falke. Julia Grosz (Franziska Weisz) wurde als stille und geheimnisvolle Frau eingeführt, die ein guter Gegenpol zu Falke ist. Während der seine Leidensphase aus den letzten Folgen überwunden hat, lachte die Neue erst in der allerletzten Szene. Ihr Trauma, das sie in Afghanistan erlitt, wird wohl auch in Zukunft noch eine Rolle spielen. 

Wie gesagt: Das war alles ganz schön viel. Dafür hätte man sich mehr psychologische Tiefe bei der Darstellung der Islamisten gewünscht, deren Kritik am Imperialismus klang, als seien die Dialoge mit dem Hammer ins Klischee-Reißbrett gehauen worden. In Ludwigshafen wäre man froh über so einen „Tatort“, vom NDR ist man dagegen Besseres gewohnt.

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