ARD-Themenwoche: Die Angst vor dem Tod

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Unerwartete Begegnung mit dem Tod: Fritjof (Devid Striesow, links) trifft im Sterbehospiz auf Hannes (Stipe Erceg), den er noch aus der Schule kennt.

Das Drama „Blaubeerblau“, das im Rahmen der ARD-Themenwoche „Leben mit dem Tod“ läuft, zeigt die Angst von Fritjof vor der Begegnung mit Menschen, die kurz vor dem Tod stehen.

Als der Münchner Architekt Fritjof Huber (Devid Striesow) für einen Auftrag in ein Sterbehospiz geschickt wird, ist er wie erstarrt.

Die Idee zu dem Film hatte der in Kassel geborene Hubertus Meyer-Burckhardt, Filmproduzent und Talkmaster der NDR-Talkschow. Das Drehbuch schrieb Beate Langmaak, Regie führte Rainer Kaufmann. „Ein Freund von mir ist an Schilddrüsenkrebs gestorben und ich hatte Hemmungen und Angst, ihn im Hospiz zu besuchen“, erzählt Meyer-Burckhardt.

Seine Filmideen kämen oft durch persönliche Erfahrungen. „Ich habe mich überwunden, und dann ging es dort im Hospiz heiter und gelöst zu, das wollte ich zeigen.“

Hubertus Meyer-Burckhardt

Im Film hat Fritjof selbst noch nicht richtig angefangen zu leben. Zu seiner Freundin steht er nicht, seine Wäsche sowie die kleinen Alltagssorgen trägt er immer noch zu seinen Eltern. Im Hospiz begegnet Fritjof seinem ehemaligen Mitschüler Hannes (Stipe Erceg), der Bauchspeicheldrüsenkrebs im Endstadium hat. Hannes war zu Schulzeiten der „tolle Typ“. Fritjof – früher genannt „Fritte“ wegen seiner fettigen Haare – dagegen nie. Zu allem Überfluss läuft ihm Hannes’ Schwester Sabine (Nina Kunzendorf) im Hospiz über den Weg, in die er damals richtig verknallt war.

Dass das Leben ein Geschenk ist, das man selbst bestimmen kann, lernt Fritjof auch von Frau Fahrenholtz (Monika Lennartz). Sie lebt auch im Hospiz, trinkt ihren selbst gemachten Blaubeerwein und hütet das Geheimnis um die besten Blaubeeren, nach dem Motto: „Ihr Nachgeborenen macht euch gefälligst selbst auf die Socken!“ Als Hannes und Frau Fahrenholtz sterben, erwacht Fritjof aus seinem Stillstand und nimmt zum ersten Mal sein Leben in die Hand. Im Auftrag von Frau Fahrenholtz macht er sich auf die Suche nach den Blaubeeren.

„Die Frage des Films ist ja, ob Lebensfreude im Angesicht des Todes wachsen kann. Ich denke ja“, sagt Meyer-Burckhardt. Alle Menschen, aber vor allem Jüngere, sollten sich der Frage stellen: „Wie will ich mein Leben gestalten?“ „Jeder hat ein Maß an Verantwortung für die Lebenszeit, die er genießt. Wir ,genießen’ Vertrauen – warum nicht Lebenszeit.“ Und das unabhängig von einem äußeren Anlass.

Dies schafft der Film, durch feinsinnige Dialoge und tolle Schauspieler.

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Noch bis Freitag, 23. November, laufen dazu Spielfilme, Dokumentationen, Talkshows und Features. Im Radio und Fernsehen der öffentlich-rechtlichen Sender behandelt fast jede Sendung das Thema Tod. Auch Werbung für die Themenwoche läuft auf allen Sendern.

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