Argumente Pro

• Helene Hegemann selbst erklärte zu dem Fall: „Wenn das, was ich geschrieben habe, ein Stellvertreterroman für die Nullerjahre ist, muss auch anerkannt werden, dass der Entstehungsprozess mit diesem Jahrzehnt und den Vorgehensweisen dieses Jahrzehnts zu tun hat, also mit der Ablösung von diesem ganzen Urheberrechtsexzess durch das Recht zum Kopieren und zur Transformation.“

Gleichwohl hat sich Hegemann für ihr Vorgehen entschuldigt. Ihr Verlag hat die Rechte für die betroffenen Textstellen nachträglich eingeholt und in der zweiten Auflage auch die Quelle genannt. • Der Plagiatsvorwurf im Fall Airen bezieht sich auf etwa eine Seite in einem 208 Seiten starken Roman. Zu behaupten, das Buch sei „abgeschrieben“, geht an der Sache vorbei. • Mashup, Kompilation, Sampling, Bricolage - es gibt viele Begriffe, die Hegemanns Vorgehensweise als legitimes literarisches Verfahren kennzeichnen. • Der Zwang zur Originalität von Autoren und der Begriff des geistigen Eigentums selbst sind relativ neu. Sie kamen erst im Zuge des Geniekultes und der ökonomischen Verwertung von Literatur im 19. Jahrhundert zum Tragen. Nichts spricht dafür, dass dies so bleiben muss. • Warum sollen für die Musik andere Gesetze gelten als für die Literatur? Im Pop gilt Sampling als normales Verfahren, nur der Schriftsteller muss immer originell sein.

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