Kasseler Musiker stellten beim „Soundcheck“ faszinierende Bearbeitungen vor

Arnold Schönberg als Walzerkönig

Florian Rosskopp

KASSEL. Imponierend, was Arnold Schönberg und sein Kreis auf die Beine stellten, als sie 1918 den „Verein für musikalische Privataufführungen“ gründeten. Drei Bearbeitungen, die für diesen Verein geschaffen worden waren, erklangen nun bei der „Soundcheck“-Reihe im Konzertsaal des Instituts für Musik.

Für 60 Zuhörer gab es Kammermusik-Fassungen von Ferruccio Busonis „Berceuse élégiaque“, Gustav Mahlers „Lieder eines fahrenden Gesellen“ und Johann Strauss’ „Kaiserwalzer“.

Der rigorose Geist von Schönbergs Maxime „Musik soll nicht schmücken, sie soll wahr sein“ zeichnete die Arrangements aus. Ihre Strukturschärfe eröffnete neue Perspektiven auf bekannte Stücke. Ein weiteres Plus: Lehrkräfte der Uni trafen sich in einem größeren Kammerensemble. Mit klarer Stimme und bester Textverständlichkeit sang der Bariton Florian Rosskopp die ergreifenden Mahler-Lieder. Bei „Ich hab’ ein glühend Messer“ setzten die Instrumentalisten starke Akzente, auch das Elegische und der Walzer-Schmackes waren bei ihnen gut aufgehoben.

Mit gelehrter Ironie und interessanten Infos schmückte Musikwissenschaftler Prof. Dr. Markus Böggemann seinen Vortrag. Wer wusste schon, dass Busonis Grazer Kompositionslehrer den reizenden Künstlernamen W. A. Rémy trug?

Es spielten: Ullrich Pühn (Flöte), Stefan Hülsermann (Klarinette), Uwe Volkmer (Klavier), Julia Reingard (Harmonium), Olaf Pyras (Schlagwerk), Rüdiger Spuck und Hanna Witzmann (Violine), Paul Wiederin (Viola), Susanne Hartig (Violoncello), Heiko Pape (Kontrabass). Foto: nh

Von Georg Pepl

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