Deutsches Theater Berlin dramatisiert Tschechows Roman „Krankenzimmer Nr. 6“

Der Arzt ist hier der Kranke

Im Gespräch: Szene mit Wolfram Koch als Patient (links) und Samuel Finzi als Arzt. Foto:  Drama

Berlin. Dimiter Gotscheff inszeniert am Deutschen Theater Berlin Anton Tschechows „Krankenzimmer Nr. 6“. Er verwendet nur Teile der Romanhandlung und entwirft einen ironischen Kommentar zu Tschechow.

Schauplatz ist ein Krankenhaus in der Provinz. In besagtem Krankenzimmer sind Geistesgestörte untergebracht. Herausragender Patient ist ein unter Verfolgungswahn leidender Gerichtsvollzieher. Die Klinik wird vom resignativen Arzt Ragin geleitet. Doktor und Patient führen Gespräche, worin der Kranke als der eigentlich Gesunde eine zukunftszugewandte aktive Position vertritt. Am Ende wird der Arzt selbst für geisteskrank erklärt.

Bei Gotscheff bleibt die weite Bühne leer. Seine Bühnenbildnerin Katrin Brack fährt die mächtigen Scheinwerferbatterien bedrängend herab.

Der Regisseur bevölkert das Krankenzimmer mit Figuren, mit Zitaten und Motiven aus Tschechows Dramen.

Samuel Finzi, den man aus Fernseh-Krimis kennt, steckt hier kauzig im Kittel des Doktors. Den Gegenpart verkörpert Wolfram Koch.

Das ist amüsant und schauspielerisch gelungen. Aber eine tiefere Bedeutung gewinnt dieser Abend nicht.

Kartentelefon: 030-28441225. Nächste Vorstellungen: 7., 13.März.

Von Peter Hans Göpfert

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