Am 9. August im Kulturzelt

Asaf Avidan singt hinreißende Lieder über seine Ex

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Mit dem Remix „One Day“ des Berliner DJs Wankelmut wurde er auch in Deutschland zum Star: Der Israeli Asaf Avidan (35).

Mit einem Remix seines „Reckoning Song“ wurde Asaf Avidan auch in Deutschland bekannt. Am 9. August gastiert der Israeli mit der Frauenstimme im Kasseler Kulturzelt.

Das Leben ist manchmal mies. Als sich Asaf Avidan vorigen Sommer ein Haus in den Marken östlich der Toskana zulegte, hatte er alles schön geplant: „Meine Freundin und ich wollten dorthin ziehen, wo wir morgens die Vögel hören können.“ Seinen Traum von Italien musste der 35-Jährige nun allein verwirklichen. Von seiner Freundin hat er sich im Herbst nach sechs Jahren getrennt.

Seine neue CD „Gold Shadow“ ist daher ein Trennungsalbum geworden - von einem Musiker, der in einer „monumental stabilen Beziehung steckte“, wie Avidan sagt: „Das Seltsame ist, dass ich die Songs schrieb, als wir noch zusammen waren.“ Während das Album Gestalt annahm, verwandelte sich seine glückliche Liebe in einen Scherbenhaufen.

Musikalisch ist der gelernte Animationsfilmer auf „Gold Shadow“ schwer zu verorten. Sowieso war der Diplomatensohn, der erst mit seiner Ex-Band The Mojos drei in Israel erfolgreiche Rockalben aufnahm, bevor er 2012 das eher auf Pop und Synthesizern fußende Solodebüt „Different Pulses“ veröffentlichte, ein stilistisch wendiges Kerlchen.

Kurz vor „Different Pulses“ wurde Avidan mit dem vom Berliner DJ Wankelmut unter dem Titel „One Day“ veröffentlichten Remix seines ursprünglich 2008 erschienenen „Reckoning Song“ auch außerhalb Israels berühmt. Richtig gefreut hat ihn das nicht. „Ich mag die Version nicht leiden“, sagt er.

Asafs markante, hohe und im Grunde eher zu einer Frau passende Stimme hält auch das Juwel „Gold Shadow“ zusammen. Mal geht er im Stil von Edith Piaf, mal im Stil von Leonard Cohen, mal im Stil des Fifties-Rock’n’Roll zu Werke, und das Titelstück ist eine episch-traurige Ballade.

Und seine Ex-Freundin? Die sieht Asaf Avidan auch weiterhin. Die Dame spielt in seiner Band, wahrscheinlich auch am 9. August im Kasseler Kulturzelt. Asaf: „Wie grausam wäre es von mir, sie rauszuwerfen, nur weil es persönlich nicht mehr passte? Wir sind doch keine Teenager mehr.“

Asaf Avidan: Gold Shadow (Universal). Wertung: fünf von fünf Sternen

Von Steffen Rüth

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