Kultursommer: „Les Haricots Rouges“ aus Frankreich begeisterten im ausverkauften Löwenhof in Lohfelden

Auch Jazz kann sehr witzig sein

Freudvolles Zusammenspiel im Löwenhof: Christophe Deret (Posaune, von links), „Mumu“ Huguet (Kontrabass), Pierre Jean (Trompete), „Roro“ Congréga (Banjo), Alain Meaume (Klarinette). Foto:  Malmus

Lohfelden. Die wollen nur spielen. Dass Jazz nicht eine todernste Sache sein muss, und der swingende Sound des Dixieland auch in ein pantomisch-witziges Musikkabarett einfließen kann, bewiesen am Mittwochabend sechs Herren in bunten Hemden aus Frankreich: „Les Haricots Rouges“, die roten Bohnen aus Paris, jazzten im Löwenhof in Lohfelden und ließen ihre Zuhörer begeistert tanzend zurück.

Ein Hauch von New Orleans in der ehemaligen Scheune eines Gutshofs aus dem 12. Jahrhundert: In diesem ungewöhnlichen Rahmen gelang Frankreichs populärer Musikgruppe eine besondere Musikperformance mit einer amüsant-gemixten Moderation aus Französisch und Englisch, ein paar locker eingestreuten Chansons - die Herren können auch singen - und schließlich ihrem frei fließenden Spiel auf drei Blas- und drei Rhythmusinstrumenten. Selbst bei Klassikern wie „Baby Face“ oder „In The Mood“ kam der Humor nie zu kurz.

Was alles so spielerisch aussah, war eine fein abgestimmte Choreografie: Es gab einen zum klingenden Waschbrett umfunktionierten Metallschlips des Schlagzeugers Michel Sénamaud, der Banjo-Spieler Roro Congréga legte einen frivolen Table-Dance hin und Posaunist Christophe Deret riss sich bei „Caravan“ das Hemd vom Körper. Diese Herren spielen eben mit ganzem Körpereinsatz und nehmen sich selbst nicht ganz so ernst.

Letztlich war es dann aber doch der brillante Jazz, der das Publikum hinriss. Klarinettist Alain Meaume verzauberte mit einem sich melancholisch aufschwingenden Solo, Trompeter Pierre Jean zeigte gar seine Meisterschaft am Piano, als er Beethovens „Ode an die Freude“ verjazzte, Mumu Huguet groovte mit seinem Bass, was das Zeug hält. Und wenn alle Herren das Schlagzeug mit den Stöcken bearbeiteten oder die verschiedensten Instrumente überkreuz bedienten, war das schon ein musikalisches Gesamtkunstwerk, Artistik inklusive.

Von Juliane Sattler

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.