Die Stile gemixt: Doppelkonzert in der Universität mit Joern and the Michaels und Rusconi

Auch Schreien tut der Seele gut

Zwei Ensembles: Jörn Peeck (Schlagzeug, v. links), Michael Haupt (Bass) und Michael Linke (Piano) sind Joern and the Michaels aus Kassel (mit neuem Pinguin-Maskottchen). Daneben das Schweizer Rusconi Trio (Claudio Strüby, Drums, Fabian Gisler, Bass, und Stefan Rusconi, Piano). Foto: Malmus

Kassel. Man kann sie nur toll finden, die Zusammenarbeit zwischen dem Kulturzentrum Schlachthof und dem Institut für Musik. Der schöne Konzertsaal der Uni wird damit noch stärker Teil des städtischen Kulturlebens. Besonders gut kommt das bei einer Band, die aus Studenten besteht und im November den Kasseler Kunstpreis erhalten wird: Joern and the Michaels gaben am Freitag 150 jubelnden Zuhörern einen kräftigen Kick.

Kick-Jazz nennen Schlagzeuger Jörn Peeck, Pianist Michael Linke und Bassist Michael Haupt ihren kontrastreichen Stilmix, in dem fröhliches Losbrettern neben einem melodiösen E-Bass stehen kann. Das war gewieft und wurde durch die brillanten Visuals von Christof Lutz noch zugänglicher für Leute, die Jazz sonst eher als Rentnerparty-Musik abtun.

Doch das Alte kam auch zum Zug, und zwar in gleich doppelter Hinsicht. Denn neben eigenen Stücken wie dem eingängigen „Wiesbaden“ servierte das Trio die von Emerson, Lake & Palmer bekannte Klassik-Verwurstung „Nut Rocker“, bei der Tschaikowsky sich vermutlich im Grab umgedreht hätte. Zur unbekümmerten Philosophie passte es prima.

Große Klasse war dann die Schweizer Band Rusconi mit Stefan Rusconi (Klavier), Fabian Gisler (Kontrabass, E-Gitarre) und Claudio Strüby (Schlagzeug). Auch hier ging es leicht schizophren zu, da man die Stile mixte, wenn auch auf eine mehr tief gehende Weise.

Experimentalpop traf auf avancierten Jazz. Die Schweizer groovten, legten einen animierenden Soundtrack für die Reise nach innen vor und bezogen das Publikum unkonventionell ein: Schreien tut der Seele gut.

Von Georg Pepl

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