Fuck Art, Let’s Dance spielten im Schlachthof

Auf dem Weg

Kraft und Charisma: Sänger Nico Cham von der Band „Fuck Art, Let’s Dance. Foto: Malmus

Kassel. Melodiesoli als roter Faden, Schrammelgitarre und wuchtiger Gesang als Einpeitscher. Dazu noch elektronische Beats als Antreiber, und fertig ist die Partymischung der Hamburger Indie-Elektroband Fuck Art, Let’s Dance.

Am Dienstag präsentierte sich das Trio vor 90 Besuchern im Kulturzentrum Schlachthof. Überfliegt man die Programminfos, dann könnte man meinen, es handele sich um eine Band, die den Pop-Olymp schon fast erklommen hat.

Die Realität sieht ein bisschen anders aus. Zwar kann man dieser hingebungsvoll musizierenden Formationmit ihrer wild-sympathischen Schülerband-Aura eine Menge Potenzial bescheinigen, doch bis zum Leistungszenit ist es noch ein gutes Stück Übungsweg.

Der guten Konzertstimmung tat das keinen Abbruch. Bei dem überwiegend sehr jungem Publikum dauerte es zwar etwas, bis der Funke übersprang. Nach etwa zwanzig Minuten aber kam Stimmung auf - und die Band prächtig an. Der puristische, aber stets fast rockig treibende Sound, die schlanken Arrangements und der Rhythmus überzeugten.

Ein schöner Kontrast auch, dass die immer wieder einfließenden Elektro-Beats von eher sphärischer Leichtigkeit sind. Was die Band ebenfalls auszeichnet, ist ihre Leidenschaft. Gitarrist Romeo Sfendules wirbelte wie ein Besessener über die Saiten, Schlagzeuger Tim Hansen spielte nach dem gleichen Prinzip. Und dass auch ein Sänger mit eher bescheidenem Tonumfang punkten kann, wenn er die Stimme in der Mittellage mit Kraft und Charisma zum Klingen bringt, bewies Nico Cham recht eindrucksvoll.

Als Vorgeschmack auf ihre CD hatte die Band schon mal einen Tonträger mit neun Stücken in den Schlachthof mitgebracht: „Lovers Arcade“. Besonders das Titelstück hat durchaus Hitpotenzial, startet melodiös romantisch und geht dann gut ab. Fazit: Der Weg bis zum Pop-Olymp ist noch weit, die Richtung aber stimmt schon mal.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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