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Vier Landesjugendchöre traten gemeinsam in der Martinskirche in Kassel auf

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Vereint die Landesjugendchöre durch präzises Dirigat: Justin Doyle (vorne) in St. Martin.
Vereint die Landesjugendchöre durch präzises Dirigat: Justin Doyle (vorne) in St. Martin. © Andreas Fischer

Das Schütz-Gedenkjahr läuft auf seinen Zielpunkt zu: Am 16. November vor 350 Jahren starb Heinrich Schütz in Dresden.

Kassel – Landgrafen Moritz förderte den jungen Schütz in Kassel und unterstützte die Ausbildung des jungen Musikers. Wie kein anderer Komponist seiner Zeit stieß Schütz eine Tür in die Moderne auf. Eines der renommiertesten Projekte des Jahres nennt sich „Klangkosmos Schütz 22. ,weil wir leben’“ und bringt in vier Abschlusskonzerten die Landesjugendchöre des Schütz-Länder Hessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen zusammen.

Das erste dieser Konzerte fand symbolträchtig am Tag der deutschen Einheit in der Martinskirche statt.

Als Dirigent wurde Justin Doyle gewonnen, der Leiter des RIAS Kammerchors, einer der Top-Chordirigenten weltweit. Drei Tage hatte er Zeit, die von ihren Leitern vorbereiteten Jugendchöre zusammenzuschweißen. Und auch wenn Doyle noch von einem Workshop sprach, war das Ergebnis doch schon ausgezeichnet. Musik aus allen Jahrhunderten von 1450 bis 2022 war zu hören, darunter mit „Jauchzet dem Herrn, alle Welt“ und „Verleih uns Frieden gnädiglich“ zwei der bekanntesten Sätze von Schütz. Die 140 Sängerinnen und Sänger folgten dem Dirigenten höchst akkurat, ließen sich von ihm und seinem überaus präzisen, umsichtigen Dirigat zu einer sehr runden Leistung begeistern. Die Steigerung dieser Chorkunst konnte man beim legendären, jedoch kaum einmal zu hörenden „Spem in alium“ von Thomas Tallis für fünf Chöre zu jeweils acht Stimmen hören.

Auch eine veritable Uraufführung gab es: „weil wir leben, können“ von Reiko Füting für vier Chöre und zwei Orgelpositive. Textelemente verschiedener Herkunft werden collageartig mit Chorzitaten von Brahms und Schütz, mit Zischen, Flüstern, Rauschen und natürlich „normalem“ Singen aneinandergereiht. Höchst intensiv das Ganze, sehr konzentriert ausgeführt von den Chören unten und auf den Emporen. Justin Doyle nickte zufrieden nach dem Schluss-„Ffffff“.

Orgelmusik (Svenja Reis und Jakob Dietz) rundete das Programm ab, das unter der Leitung von Doyles Assistentin Agnes Schnabl eine Psalmvertonung von Thomas Tallis nachgereicht bekam.

Von Johannes Mundry

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