HipHopper Jan Delay über Anzüge und sein Vorbild Gottschalk – im Januar kommt er nach Göttingen

Interview  mit HipHopper Jan Delay- im Januar kommt er nach Göttingen

Stilsicherer Hip-Hopper: Jan Delay gibt das vorletzte Konzert seiner Bahnhof-Soul-Tour in Göttingen, bevor er an einem neuen Album basteln will. Foto: nh

Bevor Jan Delay sich ins Studio zurückzieht, geht er im Januar noch einmal auf Tour. Im Gepäck hat er die Songs seines Nummer-eins-Albums „Wir Kinder vom Bahnhof Soul“. Für den vorletzten Auftritt am 25. Januar steht er in der Göttinger Stadthalle auf der Bühne. Wir haben mit ihm am Telefon gesprochen.

Was tragen Sie gerade?

Jan Delay: Gar nichts, ich bin nackt.

Das will ich mir gar nicht vorstellen.

Delay: Na gut, im Ernst. Ich habe eine graue Hose und ein pinkes, kariertes Flanellhemd an und ein grau-pinkes Cap auf dem Kopf.

Also ein Wohlfühl-Outfit und keinen Anzug, wie Sie ihn auch auf der Bühne tragen?

Delay: Da trenne ich strikt, die Anzüge sind meine Berufskleidung, die ich nur auf der Bühne anziehe. Als ich vor fünf Jahren mit Funk angefangen habe, war das für mich eine musikalische Umstellung. Das wollte ich auch optisch durch eine neue Gaderobe präsentieren.

Wenn Sie eines Tages zum HipHop zurückkehren, würden sie dann die Schlabberpullis wieder rausholen?

Delay: Schlabberpullis auf keinen Fall. Auch die HipHopper tragen heutzutage eher engere Sachen.

Sie tauchen in den Listen der bestangezogenen Männer Deutschlands auf.

Delay: Ich als HipHopper wurde so erzogen, mich nicht nur durch die Musik von der Masse abzuheben, sondern auch durch das Outfit. Es geht gar nicht so sehr um teure Markenklamotten, denn früher hat sich jeder Rapper einfach seinen Namen auf den Pullover und die Schuhe gemalt und hatte etwas Einzigartiges. Heute ist der Anzug mein Markenzeichen.

In Sachen Stil soll Thomas Gottschalk ein Vorbild für Sie sein.

Delay: Auf jeden Fall. Es gibt keinen Zweiten wie ihn. Er zieht einfach das an, worauf er Bock hat und gibt einen Scheiß darauf, ob das jemand blöd findet oder sich jemand darüber lustig macht. Das finde ich bewundernswert.

Sie geben im Januar die letzten Konzerte ihrer Bahnhof-Soul-Tour, unter anderem in Göttingen. Gibt es das gleiche Programm wie bei ihrem Auftritt 2009 in Kassel zu sehen?

Delay: Es sind natürlich die Ausläufer der gleichen Tour. Aber wir wollen die Eckpfeiler aufbrechen und neue Arrangements ausprobieren, damit auch die Band und ich auf der Bühne Spaß haben und nicht alles runterspielen. Es wird also spontaner. Wir klammern uns nicht mehr so sehr an die Songliste.

Nach der Tour gibt es dann eine Auszeit?

Delay: Genau, ich schließe mich ein und nehme neue Musik auf. Es wird definitiv kein neues Funk-Album geben, sondern es wird zurück zu den Wurzeln gehen mit Denyo und DJ Mad (Bandkollegen von den Absoluten Beginnern, Anm. d. Red.). Und mit meiner Band Disco No. 1 habe ich immer schon mal vorgehabt, richtig zu rocken.

Dienstag, 25. Januar, 20 Uhr, Stadthalle Göttingen, Karten beim HNA-Kartenservice Tel. 0561/ 203 204.

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