Soloalbum von Reamonn-Frontmann Rea Garvey

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Fühlt sich anlässlich der Veröffentlichung seines ersten Soloalbums "aufgeregt wie ein Kind": Rera Garvey

Für Rea Garvey fühlt sich dieser Herbst schon an wie Weihnachten. „Ich bin aufgeregt wie ein Kind vor der Bescherung, das nicht schlafen kann“, sagt der irische Sänger. Nach mehr als zehn Jahren mit der Band Reamonn veröffentlichte der Sänger nun sein erstes Soloalbum „Can’t Stand The Silence“.

Der Titel des Albums habe eine tiefgründige Bedeutung für ihn: „Mit der Band hatten wir eine gewisse Stille erreicht, die nicht mehr gepasst hat“, erzählt er. Diesen Stillstand will der Ire durchbrechen und sich als Solokünstler „nach vorn kämpfen“.

Jetzt sei der richtige Zeitpunkt für ihn gewesen, um ein Soloalbum herauszubringen: „Ich bin jetzt stark und kompetent genug, um das zu machen.“ Eine eigene Platte lässt vermuten, dass die Musik persönlicher ist – doch das dementiert der Sänger: „Meine Musik ist immer persönlich. Man muss es selbst spüren, was man singt“, erklärt er im Interview mit unserer Zeitung.

Seine CD „Can’t Stand The Silence“ ist etwas rockiger und elektronischer als die Alben mit Reamonn. In den vergangenen Jahren hatte der Ire mit anderen Musikern, wie Paul van Dyk, Jam and Spoon und Mary J. Blige, zusammengearbeitet. „Alle Einflüsse habe ich in das neue Album mit eingearbeitet“, erklärt er. Das Soloalbum sei ein längerer Entstehungsprozess gewesen. Knapp zwei Jahre tüftelte der 38-Jährige an den Songtexten und Melodien. „Die Aufnahmen haben nur einen Monat, aber das Mixen hat drei Monate gedauert“, erzählt er. Normalerweise sei das umgekehrt. „Aber ich habe auch viel gemixt und war bei allem selbst dabei“, berichtet er stolz. Die Arbeit an dem Album sei etwas Besonderes gewesen und genau das, was er liebt: „Ich konnte alles selbst entscheiden und musste keine Kompromisse finden, wie es mit einer Band ist.“

Zeitreise mit Freunden

Nach der Trennung der Band Reamonn 2010 verwirklichte Garvey mit seinen Kollegen und Freunden Sasha, Xavier Naidoo und Michael Mittermeier einen weiteren Traum: Zusammen gaben sie mehrere ausverkaufte Konzerte mit dem Titel „Alive and Swinging“, bei denen sie das legendäre „Rat Pack“ in Hommage an die großen Sänger Frank Sinatra, Samy Davis jr. und Dean Martin wieder aufleben ließen. „Die Tour war grandios und wie eine Zeitreise mit Freunden“, berichtet er glücklich. „Wir waren wie Kinder und hatten so viel Spaß auf der Bühne.“ Im Dezember gibt Garvey zehn weitere Konzerte mit „Alive and Swinging“.

Im Herbst geht der Ire auch mit seinem Soloalbum auf Tour: „Die Musik steht bei den Konzerten im Vordergrund, und ich habe mich bewusst für kleinere Clubs entschieden – keine großen Arenen wie bei Reamonn“. Wichtig ist ihm der Kontakt zu seinen Fans und dem Publikum: „Ich möchte die Leute vor mir direkt face to face sehen“, sagt Garvey. Und seine Fans bleiben ihm, trotz der Veränderungen treu: Die Konzerte in Frankfurt, Köln, und Hamburg sind bereits ausverkauft.

Talente fördern

Wer von dem smarten Iren nicht genug bekommen kann, kann ihn ab Herbst auch im Fernsehen bewundern: Der Sänger ist als Coach in der neuen Pro 7/Sat 1-Show „The Voice of Germany“ zu sehen. In der Sendung werden Musiktalente gesucht. „Ich finde die Show genial“, sagt der Ire. „Wir wollen die Teilnehmer nicht erniedrigen, wie es bei anderen Castingshows ist. Wir sind keine Jury. Uns geht es um konstruktive Arbeit, wir geben uns viel Mühe, um die Leute weiterzubringen.“ Der Erfolg sei dabei zweitrangig.

Garvey hat sich für die kommenden Monate einiges vorgenommen. Ob da noch Platz für ein mögliches Comeback mit seiner Band Reamonn ist? „Zurzeit haben wir alles auf Eis gelegt – aber wer weiß, wo es hinführt und was noch kommt. Ich schließe nichts aus.“

Rea Garvey: „Can’t Stand The Silence“, Universal Music, Wertung: !!!!:

Von Jessica Bassing

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