Gareth Lubbe mit Obertongesang bei Achtmal Alte Brüderkirche

Für Auge und Ohr

Doppelte Kunst: Der Violinist Gareth Lubbe und die Malerin Astrid Lüth in der Alten Brüderkirche. Foto: Malmus

Kassel. Eigentlich wäre schon das virtuose Bratschenspiel von Gareth Lubbe einen Ausflug in die Alte Brüderkirche wert gewesen. Schließlich hat sich der Solobratscher des Gewandhausorchesters Leipzig bereits bundesweit den Ruf eines ausgezeichneten Instrumentalisten erworben.

Mit spielerischer Leichtigkeit glitten die Finger des Südafrikaners am Sonntag über die Bratschensaiten und meisterten dabei mühelos und zugleich musikalisch fein interpretiert das Prelude, die Allemande und die Courante aus Bachs vierter Cellosuite.

Allerdings verriet schon die unorthodoxe Sitzanordnung, dass es sich nicht um ein konventionelles Bratschenkonzert handeln würde. Es gab keine Bühne, Notenständer waren an beiden Seiten des Kirchenraumes aufgebaut, und die Stühle waren in verschiedene Richtungen aufgestellt.

Technisch raffiniert

Die Organisatoren der Konzertreihe „Achtmal Alte Brüderkirche“ hatten diese Sitzordnung dabei durchaus klug gewählt. So bewegte sich der ausgezeichnete Bratschist und versierte Obertonsänger bei seinem Vortrag im Raum und ließ sich in seinem Spiel auch von den eindrucksvollen Werken der Künstlerin Astrid Lüth beeinflussen.

Bemerkenswert war es, in welcher Lautstärke und Intensität Lubbe die Obertöne in der günstigen Akustik der Brüderkirche entstehen ließ. Dabei zeigte Lubbe ein großes Repertoire an technischen Raffinessen, etwa wenn er die gesungenen Vokale und die daraus entstandenen Obertöne in die entgegengesetzte Richtung laufen ließ. Die knapp 80 Zuhörer zeigten sich begeistert von dem kostenlosen Konzerterlebnis.

Neben dem Ohr wurde an diesem Nachmittag allerdings auch das Auge bedient. Astrid Lüth stellte mehrere ihrer Werke unter dem Thema „Landschaften“ aus. Die Werke, die in ihrer Erscheinung schlicht gestalteten Tafelbildern ähnelten, waren aus mit Aquarell-Technik übermalten Fotografien entstanden.

Eine weitere Bereicherung waren die literarischen Beiträge von Gabriele Heppe-Knoche, die in ihren Texten Lüths Bilder deutete.

Von Sebastian Krämer

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