Rhythmus ging durch und durch: Percussion Cycle Berlin groovte im SMA-Atrium

Die Augen kamen kaum mit

Virtuos: Shengnan Hu. Foto: Fischer

Kassel. Mit unablässiger Kraft und Präzision lässt Shengnan Hu ihre Schlagzeugstöcke auf Tom-Toms, Bongos, große Trommel und Holzblöcke prasseln. Vieles geht so rasend schnell, dass die Augen kaum mitkommen. Doch in den Ohren der 200 Zuhörer groovt es gehörig, nicht nur bei Xenakis’ „Rebond B“, mit dem die chinesische Schlagwerkerin am Samstagabend das mitreißende Konzert ihres Quartetts Percussion Cycle Berlin eröffnete.

Das Atrium des Unternehmens SMA war zum ersten Mal Veranstaltungsort der Kasseler Musiktage, und für derart Raumgreifendes wie moderne Schlagwerkmusik bot die wie ein großformatiger Würfel wirkende Halle die ideale akustische Umgebung. Nur die fehlende Bühne trübte die Sicht auf die vier Schlagwerkvirtuosen. Dafür unterstützten an die Leinwand hinter den Musikern projizierte Großstadtansichten das weltoffene Flair.

Weder Shengnan Hu, die unter anderem bei den Olympischen Sommerspielen 2008 Solistin war, noch ihre drei Mitstreiter aus dem Umfeld der Berliner Musikhochschule ließen sich in zwei Stunden Musik auf einen bestimmten Klang oder ein Repertoire festlegen. Rhythmus und Musikalität gingen ihnen durch und durch, etwa im klangfarblich schillernden und präzise abgestimmten „The Third Construction“ von John Cage. Aber auch Piazzollas „Libertango“ in Duo-Besetzung begeisterte, nicht zuletzt durch das virtuos-jazzige Solo von Vibrafonist Julius Heise.

Der Atem genommen wurde den Zuhörern jedoch, als Heise, Mario Würzebesser und Raphael Meinhardt den vibrierenden Hintergrund zauberten für die hochvirtuose Solistin Hu am Marimbafon. Selbst der von den Interpreten rhythmisch arrangierte Schlussapplaus wurde zur gelungenen Zugabe.

Von Felix Werthschulte

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