Jugendliche aus fünf Ländern präsentierten Früchte ihrer Tanz-, Theater- und Gesangs-Workshops im Dock 4

Ein ausdrucksstarker Auftritt

„Anders - na und?“: Eine Szene aus dem Bühnenprogramm der Jugendlichen im Dock 4. Foto: Fischer

Kassel. Anders sein – fremd, missverstanden, ausgegrenzt, in Ausnahmen auch bewundert. Ein Thema mit vielen Facetten. Was für eine schöne Idee, gerade diesen brisanten Stoff in einer lebendigen, ausdrucksstarken Performance zum Mittler zu machen.

„Anders – na und?“ heißt der Titel eines internationalen Jugend-Tanz- und Theaterprojekts. Unterstützt von der Stadt Kassel, dem Kommunalen Jugendbildungswerk und dem Kulturnetz Kassel präsentierten am Montagabend 50 deutsche, polnische, bosnische, spanische und italienische Jugendliche zwischen 14 und 23 Jahren die Früchte ihrer Workshops, die sie mit ihren Übungsleitern – Markus Hühn, Tobias Krechel, Pamela Hering, Anna Zolyniak – erarbeitet hatten.

Über 100 Besucher waren in den großen Saal des Dock 4 gekommen. Sie erlebten eindrucksvolle Stimmungsbilder, Tanz, Gesang, Akrobatik und Humor – die Jugendlichen begeisterten und berührten.

„Anders sein“ – die jungen Akteure näherten sich dem Thema vielseitig. Über Appelle aufeinander zuzugehen - in ihrer Landessprache oder in Englisch. Durch traurig schöne Balladen mit der Kernfrage „Warum respektieren und akzeptieren wir nicht?“ Auch über Bildsprache: Eine Darstellerin sitzt auf den Schultern einer anderen. Um sie herum gruppieren sich andere, die ihre Arme ausstrecken. Die Auflösung: „Sei in deiner Mitte, aber offen für das, was um dich herum geschieht.“

Eine andere kleine Sequenz, sehr humorvoll in Szene gesetzt, spielte am Tresen einer Kneipe. Es wird gebechert. Feiern als verbindendes Element. Noch viele ausdrucksstarke Bilder und Szenen folgten. In einer der berührendsten gaben die Jugendlichen tänzerisch Ausdruck: Schwarze Strümpfe, mal über einen Arm, ein Bein oder vor die Augen gebunden symbolisierten Anderssein und Ausgrenzung durch körperliche Behinderung. Die getanzte Botschaft: Aufeinander zugehen, helfen, integrieren.

Fazit: Ein schweres Thema so leichtfüßig wie tiefsinnig in Szene gesetzt. Großes Kompliment an alle Beteiligten. Das Publikum bedankte sich mit donnerndem Applaus und Jubelrufen.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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