Ein Porträt von Angelina Jolie, die im Film „Salt“ eine Agentin spielt

Die Ausnahme-Frau

Eine der begehrtesten Frauen der Welt: Angelina Jolie. Foto:  dpa

Ihr Name ist Jolie, Angelina Jolie. Und wenn diese Frau in Hollywood den unwirklich schönen Mund aufmacht und sagt, dass sie mal einen James Bond spielen will, dann wird ihr Wunsch Befehl, sprich: Zelluloid.

Jolie will Bond sein, wohlgemerkt. Nicht dessen laszive Gespielin, nein, es geht um eine Agentenrolle. Und weil Jolie Jolie ist, wird kurzerhand das fix und fertige Drehbuch eines Actionthrillers umgeschrieben. Aus der Hauptfigur Edwyn Salt wird Evelyn Salt, eine CIA-Agentin. Dafür muss man nicht nur den Rollennamen verändern, berichtet Drehbuchautor Kurt Wimmer. Denn dass da eine Frau unterwegs ist, berührt natürlich alle Aspekte der Handlung. Das Ergebnis in der Regie von Philipp Noyce ist ab Donnerstag zu sehen, wenn „Salt“ in die Kinos kommt.

Die Produzenten Lorenzo di Bonaventura und Amy Pascal für Sony Pictures wissen, dass es nicht viele Frauen gibt, die einen Actionfilm, dieses erz-maskuline Genre tragen können. Zumeist besteht der weibliche Part darin, mit unpassend hohen Absätzen verzweifelt in der Gegend herumzustöckeln. Nicht so Angelina. Die 35-Jährige drehte für „Salt“ die meisten Actionszenen selbst, liebte es, zu rennen und zu springen mit der Knarre im Anschlag.

Angelina Jolie kommt von ganz unten. Sie war auf Drogen, ritzte sich mit dem Messer selbst die Haut auf, um sich zu spüren, war schon als Kind so morbide drauf, dass sie Bestatterin werden wollte und Einbalsamieren übte. Die Tattoos auf ihrem Körper erzählen die Geschichte einer verzweifelten Jugend. Enthüllungsjournalist Andrew Morton hat darüber gerade ein Buch veröffentlicht. Dann kam sie zu Lee Strasbergs Schauspielschule und begann, sich nach oben zu arbeiten.

Hart erarbeitet

Wie alle schönen Frauen hat Angelina Jolie mit dem Vorurteil zu kämpfen, dass hinter den optischen Vorzügen nicht viel Grips steckt. Wer genau hinschaut, erkennt aber die Souveränität, mit der sie ihren Körper inszeniert, ihre Lippen, Rundungen, die langen Beine, das Haar. Ihren Bewegungen, ihrer Ausstrahlung merkt man an, dass ihr das nicht alles zugefallen ist wie einem schnell verglühenden Promi-Sternchen, sondern dass hinter ihrer Karriere harte Arbeit steckt und dass für sie die Ausnahmeoptik nicht Verkaufszweck an sich ist.

Das zeigt sich auch an der Liste ihrer Filmerfolge, unter der Regie Clint Eastwoods spielte die Oscar-Preisträgerin kürzlich etwa in dem Mutter-Kind-Drama „Der fremde Sohn“. Weitere Filmerfolge: „Mr. und Mrs. Smith“, „Original Sin“. Bekannt geworden ist sie allerdings als Actionheldin in einer Comic-Rolle: Als Lara Croft in „Tomb Raider“. Beim Dreh zu diesem Indiana-Jones-Verschnitt in Kambodscha lernte sie den kleinen Rath Vibol kennen, den sie adoptierte und den Namen Maddox Chivan gab. Jolie ist mittlerweile Mutter von sechs Kindern. Pax und Zahara sind außerdem adoptiert, Shiloh und die Zwillinge Knox Léon und Vivienne Marcheline sind leibliche Kinder.

Das führt zum Lieblingsthema der Boulevardpresse: „Brangelina“ wird das Traumpaar Brad Pitt-Angelina Jolie (seit 2005 zusammen) genannt, angeblich, weil die beiden so unzertrennlich sind (was sich mittlerweile wohl deutlich relativiert hat), aber vor allem, weil sich darin ein gewisser Neid der Normalos ausdrückt, dass sich zwei so begehrte Stars auch noch zusammengetan haben.

Die Klatsch-Instanz schlechthin, das Magazin People, wählte die Jolie-Pitts 2006 zur schönsten Familie der Welt. Erst ein Jahr später stellte dasselbe Blatt Jolies humanitären Einsatz für Flüchtlinge ins Zentrum des Interesses, für die UN ist sie längst als Sonderbotschafterin unterwegs und nutzt ihren Ruhm, um zu helfen.

Jolies nächstes filmisches Projekt ist Florian Henckel von Donnersmarcks Hollywood-Debüt „The Tourist“.

Von Bettina Fraschke

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