Wilhelm von Sternburg las aus seiner Biografie über den Schriftsteller Joseph Roth

Ein Außenseiter und Grenzgänger

Wilhelm von Sternburg. Foto:  dpa

Kassel. Das Interesse war groß – sowohl am ehemaligen HR-Chefredakteur Wilhelm von Sternburg, als auch an seiner Biografie über den Schriftsteller Joseph Roth. Als „bestbesuchte Foyerveranstaltung seit ich im Amt bin“ bezeichnete Intendant Thomas Bockelmann die Lesung im Schauspielfoyer. Und die Zuhörer wurden nicht enttäuscht. Gut gelaunt las von Sternburg aus seinem 2009 erschienenen Buch.

Ein paar Mal brachte der 70-Jährige die Besucher zum Schmunzeln: als er erzählte, wie Roth seinen Vater, den er nie hatte, mal als Adligen, mal als Soldat darstellte. Doch die meiste Zeit war das Bild, das von Sternburg von dem Schriftsteller zeichnete, düster. Ohne die Bedeutung von Roths Werken zu vernachlässigen – sein „Hiob“ ist derzeit in einer Inszenierung am Staatstheater zu sehen – skizzierte von Sternburg in den Köpfen der Zuhörer das Bild eines großartigen Künstlers, der zugleich immer Grenzgänger und Außenseiter war. Das Bild eines Mannes, der sein Leben lang damit zu kämpfen hatte, ohne Vater aufgewachsen zu sein, und sich in den Alkohol flüchtete. Aber auch das Bild eines Menschen, der sich zum Kosmopolit entwickelte – zum „Gaukler, zum Narr, zum träumenden Realist“, wie von Sternburg ihn bezeichnete. (mar)

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