Ausstellung in Kassel: Asyl ist ein Menschenrecht

Erinnerung an namenlose Opfer: Installation von Lioba Abrell. Foto: Gebhardt

Kassel. Eine informative Ausstellung zum Thema Flucht ist zurzeit im Anthroposophischen Zentrum in Kassel zu sehen.

Meist sagt ein Bild mehr als 1000 Worte, manchmal ist es aber auch umgekehrt. Auf einem unscheinbaren kopierten DIN-A4-Blatt schildert ein eritreischer Flüchtling seinen Weg von Afrika nach Europa: Wie Schlepper ihn mit Hunderten anderen durch die Wüste karrten, wie unterwegs Männer, Frauen, Kinder an Hunger, Durst, Erschöpfung oder weil sie vom Transporter fielen starben.

Am Ende des Textes der Dank, es doch irgendwie geschafft zu haben und Dank jenen, die „diese Geschichte lesen und sich dafür interessieren“.

Das Blatt liegt aus in der ambitionierten und informativen Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“, die derzeit im Anthroposophischen Zentrum zu sehen ist. Genauer gesagt sind es mehrere Ausstellungsteile, die alle aufeinander bezogen sind und sich dem Thema auf verschiedene Weise nähern. Im Mittelpunkt steht die umfangreiche, von der unabhängigen Menschenrechtsorganisation Pro Asyl gestaltete Plakatausstellung, die in Texten, Bildern und Infografiken über die haarsträubende Situation von Flüchtlingen informiert: über Fluchtgründe und Flucht-routen, Recht und Unrecht oder über die Kriminalisierung und Inhaftierung in Europa.

Dagegen wirken die ebenfalls gezeigten Fotografien von Stefan Wolf wie eine nette Spielerei mit Photoshop: Auf seinen Porträts hat er Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Weltanschauung zusammenmontiert. Die Schnittstelle soll die Grenze symbolisieren, die es zu überwinden gelte.

Sterbekreuze

Lioba Abrell, die von 2003 bis 2008 an der Kunsthochschule Kassel studierte, hat in einer Ecke Sterbekreuze aufgehäuft, um an die namenlosen Opfer von Flucht und Vertreibung zu erinnern. Einen konkreteren Zugang zur Flüchtlingsproblematik bieten die vergrößerten Zeichnungen aus dem preisgekrönten Kinderbuch „Akim rennt“ der belgischen Illustratorin Claude K. Dubois. Mit wohlgesetzten, dynamischen Strichen zeigt sie ein Schicksal, das viele Kinder auf der Welt teilen.

Die Ausstellung

Wilhelmshöher Allee 261. bis 6. Dezember. Mo - Fr 9-15 Uhr, Sa/So nach Anmeldung unter Tel. 0561/93088-49. Führungen: Mo-Fr 9 und 15 Uhr. Größere Gruppen werden um Anmeldung unter Tel 0170/ 8082682 oder peter.furth@arcor.de gebeten.

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