Der junge Pianist Thomas Höhl spielte eigene Werke am Institut für Musik

Von Avantgarde bis Barpiano: Thomas Höhls Konzert im Institut für Musik 

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Begleitet von Lichtprojektionen: Der Auftritt des Pianisten Thomas Höhl.

Kassel. Unterwegs im Weltreich der Musik: Thomas Höhls musikalisches Herz ist größer als Stile und Schubladen der Musikgeschichte. Der 25-jährige Student und hervorragende Pianist, 2011 Gewinner des Kasseler Kunstpreises, ist überall zu finden.

Zu Hause fühlt er sich, wenn er am Klavier sitzt. Und da traf man ihn am Dienstagabend: Vor 50 meist studentischen Zuhörern im Saal des Instituts für Musik.

Für das Konzert aus der Reihe „Kasseler Musikdialoge“, bei dem er ganz im Mittelpunkt stand, war er nicht auf Nummer sicher gegangen, sondern hat gleich alles neu komponiert.

Seine Stücke, deren Titel („morgenlicht“, „verdunkelung“, „hellmattdunkel“ usw.) zwar dem Thema „Musik und Licht“ angepasst waren, eine genauere Beziehung zu den Projektionen auf der Leinwand aber verweigerten, haben viel von der Minimal Music - häufige Wiederholungen, kaum spürbare Veränderungen.

Gut durchdacht

Das Grundgerüst ist jeweils durchdacht, die Füllung aber Improvisation. Schnell entsteht ein eigener Höhl-Sound, zu dem auch Verfremdungen über elektronische Zusatzgeräte beitragen. Oft klingt es wie zwangloses Spiel um des Spiel willens, dann wieder ruppig und eruptiv.

Dass man nicht ermitteln kann, woher der Klang kommt, das ist eins der Ziele des Komponisten. Eine gewisse Eintönigkeit ist dabei kein Kollateralschaden, sondern Absicht. So tat es gut, dass in den beiden letzten Stücken je ein weiteres Instrument hinzukam.

In „lichtschicht“ Lisa Faber mit ihrer Bratsche, der sogar so etwas wie eine Melodie zugebilligt wurde (bei der Arvo Pärt freundlich Pate stand) und im abschließenden „outro & lichträume“ Lisa Sommerfeld an einem zweiten Klavier. Das längste Stück verließ die Sphären des Minimalistischen hin zu einer wohltuenden Jazzigkeit.

Von Johannes Mundry

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