Erfolgreich in den deutschen Charts

So klingt ein Sittengemälde: Der Titelsong von "Babylon Berlin" kommt nach Kassel

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Androgyne Eleganz: Die Sängerin Swetlana Sorokina (Severija Januauskaite).

Am Donnerstag geht "Babylon Berlin" ins Staffelfinale (ARD, 20.15 Uhr). Viele lieben die Serie auch wegen des Liedes "Zu Asche, zu Staub" - eine Hymne für das Berlin der 20er-Jahre. Die ist kommendes Jahr auch in Kassel zu hören.

Berlin, im pompösen Saal des Moka Efti. Eben noch war dieser Nachtklub ein Tollhaus. Zwischen Frauen in Dessous auf Podesten überschlug sich der feiernde Pulk auf der Tanzfläche.

Jetzt wird es dunkler. Und zum sanften Schlagzeug setzt das hämmernde Klavier ein, mit repetitiven Akkordsalven, dann die Saxofone, und eine zierliche Gestalt tritt ans Mikrofon, die Sängerin Swetlana Sorokina, fast ganz in Schwarz – mit Mantel, Schnurrbart und Zylinder. 

Ihr Blick schweift über die Köpfe der Menschen vor der Bühne, die auf dieses eine Lied warten, das auch vielen Fans der Serie „Babylon Berlin“ nicht mehr aus dem Kopf gehen will.

Das ist das Lied:

„Zu Asche, zu Staub“. Allein der Titel des Liedes, das es jetzt in die Deutschen Single Charts geschafft hat, klingt abgründig. Und der Text erst! In Satzfragmenten spricht und singt Sorokina von einem „Ozean der Zeit“, von geraubtem Licht und wartenden Wundern: „Es ist wohl nur ein Traum.“ 

Verrucht und fesselnd ist ihre Stimme, pathetisch die Darbietung. „Zu Asche, zu Staub“ steht für die Stimmung und (Un-)Wirklichkeit der Hauptstadt in „Babylon Berlin“. Für eine Stadt, die elektrisiert ist, die zeitgleich aufsteigt und zerfällt.

Das ist die Sängerin:

Severija Januauskaite spielt Swetlana Sorokina – die geheimnisvolle Nachtklub-Sängerin, Künstlername „Nikoros“, die nebenbei einen Waggon voller Gold aus ihrer Heimat Russland schmuggeln will. Und: Die Schauspielerin singt wirklich selbst. 

Januauskaite, 36, spielt nicht nur in Filmen, sondern auch Theater. In Russland ist sie vor allem aus dem Fernsehen bekannt. Die Litauerin ist zudem Regisseurin und Komponisten.

Das ist die Serienmusik:

Der Song „Zu Asche, zu Staub“, den kürzlich auch der Designer Tom Ford zu seiner Show bei der New York Fashion Week spielen ließ, wurde komponiert von Nikko Weidemann, Mario Kamien und Tom Tykwer. Letzterer ist einer der drei Drehbuchautoren und Regisseure der Serie. Für ihr Werk wurden die Komponisten mit einem Grimme-Preis ausgezeichnet. Bereits im Oktober 2017 erschien das Lied als Single, nach der Free-TV-Premiere von „Babylon Berlin“ stürmte es die Download-Charts von Amazon und iTunes. 

Nicht überhört werden sollte bei aller Begeisterung über den Titelsong die Musik der Serie im Allgemeinen. So ist bei fünf Titeln des Soundtracks „Babylon Berlin O.S.T.“ das „Bryan Ferry Orchestra“ zu hören – das Ensemble des britischen Popstars Bryan Ferry.

Staffelfinale im TV, Konzert in Kassel

Die erste Staffel „Babylon Berlin“ neigt sich dem Ende zu: Das Erste zeigt am Donnerstag die letzten beiden Folgen (ab 20.15 Uhr), bevor es nächsten Donnerstag mit der zweiten Staffel weitergeht. Am Donnerstagabend steht in Folge sieben der Waggon aus Russland im Mittelpunkt des Geschehens. Was es mit ihm auf sich hat, versucht nicht zuletzt auch Regierungsrat August Benda (Matthias Brandt) herauszufinden. Im Staffelfinale steht Kommissar Gereon Rath (Volker Bruch) kurz davor, das brisante Filmmaterial zu finden, das ihn nach Berlin geführt hatte. 

Live erleben kann man das 18-köpfige Moka Efti Orchestra mit Sängerin, das original Orchester aus „Babylon Berlin“ mit Songs der Serie am 17. März, im Kasseler Opernhaus beim Jazzfrühling, teilt Veranstalter Markus Knierim mit. Vorverkaufsstart ist die erste Novemberwoche, Karten unter 0561/203 204.

Der Nachtklub Moka Efti: Nachgestellt am Vorbild des gleichnamigen Berliner Etablissements von einst – das vor allem Restaurant und Caféhaus war.

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