Von Babys bis Senioren: 25 Jahre Musikzentrum im Kutscherhaus

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Prägen das Musikzentrum im Kutscherhaus seit vielen Jahren: Berthold Althoff (links) und Hugo Scholz.

Kassel. Vor 25 Jahren gründeten Lehramtsstudenten eine Musikschule in Kassels Vorderem Westen. Heute ist das Musikzentrum im Kutscherhaus (Mik) eine Institution.

Da, wo früher Kutschen abgestellt und Pferde versorgt wurden, sind seit 25 Jahren Pauken und Trompeten im Einsatz. Das Musikzentrum im Kutscherhaus (Mik) im Hinterhof eines ehemaligen Offiziershauses an der Herkulesstraße feiert dieses Jahr ein doppeltes Jubiläum: Die Musikschule existiert seit März 1990, den Mik-Trägerverein Kontrapunkt gibt es seit nunmehr 30 Jahren.

1985, so Berthold Althoff, Mik-Lehrer und Mitglied des Leitungsteams, machten sich Lehramtsstudierende klar, dass es mit ihren Berufschancen im normalen Schuldienst nicht gut aussah. Sie wollten sich gemeinsam Berufsperspektiven eröffnen und absichern - und planten die Gründung einer Musikschule. Dass Professoren wie Helmut Rösing, Walter Sons und Dietfrid Krause-Vilmar sowie Dozenten wie Hellmuth Vivell und Walter Weber-Krüger dabei waren, gab dem Projekt einen kräftigen Schub.

Städtische Zuschüsse habe man nie erhalten, so die Vorsitzende von Kontrapunkt, Rita Middecke, in ihrer Rede bei der Jubiläumsfeier: „So allmählich wäre es das Mik doch wert.“

Die Raumsuche war schwierig, mit dem Kutscherhaus ist man aber sehr zufrieden, sagt Althoff. Neben den acht Unterrichtsräumen dort - inklusive einem besonders schallgeschützten Schlagzeugraum - gibt es sieben weitere im Kulturbunker an der Friedrich-Engels-Straße.

Von 30 aus der Anfangszeit ist die Schülerzahl mittlerweile auf etwa 600 gewachsen, um die sich 35 Lehrer kümmern. Das Angebot hat sich in den 25 Musikschuljahren verändert: Kamen damals vorwiegend Kinder zum Musizieren, sind heute ein Drittel der Lernenden Erwachsene - sowohl Wiedereinsteiger als auch Menschen, die etwa nach der Familienphase oder dem Berufsende, ganz neu ein Instrument erlernen. Zum Klassiker musikalische Früherziehung ist ein Musikangebot für Babys bis 18 Monate gekommen.

Beliebt ist auch der einjährige Schnupperkurs, „den haben wir für Kassel erfunden“, so Althoff. Kinder lernen darin 15 Instrumente kennen, machen sich jeweils ein paar Wochen mit Posaune, Flöte oder Geige vertraut und gehen dann zum nächsten (Leih-)Instrument über.

Der Name Musikzentrum ist nicht zufällig gewählt: „Uns ist es wichtig, ein echtes Zentrum zu sein, wo Schüler auch Zusammenspiel erleben“, sagt Althoff. In zahlreichen Ensembles, Jazzcombos, Chören und Bands auf verschiedenen Niveaus wird dies lebhaft praktiziert.

In den Herbstferien ist nun keine Pause angesagt: Das Kutscherhaus im grünen Innenhof im Vorderen Westen soll gründlich renoviert werden.

Mik, Herkulesstraße 24, Tel.: 0561/779739.

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