Das Komikerduo Heissmann & Rassau sorgte für beste Stimmung in Vellmar

Die Bälle stets flach gehalten

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Zotenkönige aus Fürth: Das Komikerduo Heissmann & Rassau beim Sommer im Park. Foto: Koch

Vellmar. Wer sich in der Pause der Show des Komikerduos Heissmann & Rassau einen gebratenen Maiskolben gönnte, dem blieben phallische Assoziationen nicht erspart. Denn im voll besetzten „Sommer im Park“-Zelt in Vellmar hatten sich zuvor die beiden Zotenkönige aus Fürth mit schlüpfrigen Zweideutigkeiten und schmerzfreiem Humor in jenen emotionalen Bereich vorgearbeitet, bei dem sich ein Publikum auf die Schenkel klopft und ungehemmt losprustet.

„Zwei Franken für alle Fälle“ heißt ihr aktuelles Bühnenprogramm und erinnert stilistisch an den verklemmten Nachkriegshumor der Fünfzigerjahre. Nummern-Sketche, in modische Totalschäden verpackt, reihten sich ohne strukturellen Überbau aneinander und glichen einer Mischung aus Charleys Tante (1956 mit Heinz Rühmann) und Graf Bobby (1961 mit Peter Alexander). Bei Heissmann & Rassau heißen die Figuren unter anderem Waltraud und Mariechen, zwei sinnierende Witwen, die es schafften, sich einen Carport erotisch zu reden. Dann gab es noch den Oberarzt, der damit prahlte, einhändig einen Blinddarm entfernt zu haben, und den Postbeamten, der ständig seinen Kunden erklärte, das dass Gesicht der Dieter- Bohlen-Gedächtnismarke nicht die Klebefläche ist. Der beschickerte Kellner, der zugab, sich nach dem Verzehr von Alkohol, Süßigkeiten, Fleisch und Eiern im Tannenbaum übergeben zu haben, um den Weihnachtsschmuck zu sparen, zählte zu der besten Rolle, die Heissmann interpretierte.

Überhaupt waren der fränkische Dialekt und die darstellerischen Momente die Stars des Abends. Inhaltlich wurden die Bälle flach gehalten - bei Themen wie Schuhkauf, Privatfernsehen und Casting erspielte man sich keine neuen Perspektiven.

Und dann waren da noch die Geschichten, denen man nicht zwangsläufig anmerkte, dass Heissmann auch als Kirchenvorsteher tätig ist. Frage Frau: „Schatz, was soll ich tragen, dass du mich noch erotisch findest?“ Antwort Mann: „Nen Kasten Bier.“ Das Publikum jedoch war begeistert und ließ sich betören von der Professionalität, Spontaneität und Schauspielkunst der Protagonisten.

Von Andreas Köthe

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