Bald ist es geschafft: Die Kritik zum Leipziger "Tatort"

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Ein toller Uwe Bohm als Fiesling und exzessive Gewalt: Auch das konnte den Leipziger "Tatort" mit Simone Thomalla und Martin Wuttke nicht retten, findet Redakteur Matthias Lohr.

Am Leipziger „Tatort“ haben wir oft genug kein gutes Haar gelassen. Darum loben wir ihn heute mal. In „Blutschuld“ war mit Uwe Bohm ein toller Charakterdarsteller als Bösewicht zu erleben. Einmal wurde es sogar thrillermäßig spannend. Und dann gab es gleich drei brutale Morde. Aber warum eigentlich?

Die exzessive Gewalt, die Regisseur und Autor Stefan Kornatz in seinem blutigen Familiendrama über den Mord an einem despotischen Schrotthändler und Vater zeigte, war völlig überflüssige Schockeffekthascherei. „Gibt es in ihrer Familie irgendwelche Probleme?“, fragte Kommissarin Eva Saalfeld (Simone Thomalla) die Tochter, die prompt antwortete: „Gibt es Familien ohne Probleme?“

Man fragt sich, ob es überhaupt noch mal einen Leipziger „Tatort“ geben wird, der ohne Dialoge auskommt, wie man sie schon in den 80er-Jahren bei „Derrick“ gehört hat. Thomallas Betroffenheitsgedusel nervte auch diesmal so sehr, dass man sich sogar nach Veronica Ferres als Kommissarin sehnt.

Und dass man dem begnadeten Theaterschauspieler Martin Wuttke als Andreas Keppler die Freude am Fernsehspiel ansehen würde, kann man auch nicht behaupten. Das Beste an diesem „Tatort“ ist, dass es nun bald vorbei ist mit Saalfeld und Keppler. Im April ermitteln sie zum letzten Mal.

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