Singer/Songwriter Tom Lüneburger überzeugte mit melancholischen Songs und Frotzeleien im Schlachthof

Balladen und Berliner Schnauze

Mit Herz und frechen Sprüchen: Tom Lüneburger kam mit Karohemd und Erich-Honecker-Brille in den Schlachthof. Und natürlich mit seiner Gitarre. Als „Band“ diente ihm Pianist Christoph Clemens, genannt „Stoffel“. Foto: Fischer

Kassel. Mit seinem altmodischen Karohemd, der braven Frisur und dem dicken Brillengestell könnte man Tom Lüneburger für einen Ehrenamtlichen vom CVJM halten, mit seinem urigen Humor für einen Komiker. Hört man den Berliner Singer/Songwriter aber singen, mag man kaum glauben, dass diese gefühlvolle Stimme ebenfalls zu ihm gehört.

Lüneburger singt Balladen voller Tiefe und mit viel Melancholie. Wer die alten Scheiben von Genesis-Gründer Peter Gabriel liebt, wird auch seine Musik mögen. Das gilt besonders für seine Stimme.

Im Vorprogramm trat Songwriter Lee Macdougall auf. Auch der machte seine Sache zärtlich und gut und legte die Schmusekissen aus. Dann kam Lüneburger und präsentierte seine „Band“, was bedeutet, Christoph Clemens, Spitzname „Stoffel“, am Klavier vorzustellen. Stücke vom aktuellen Album „Lights“ wie auch von den Vorgängern ließ der Schalk mit dem Sinn für romantisch gestrickte Songs im bestens gefüllten Kulturzentrum aufleuchten.

Nach jedem Stück war Schubladenwechsel angesagt. Bald war Lüneburger, der Sprücheklopfer mit Berliner Schnauze, an der Reihe: Mit einem „Arbeitergedenkhandtuch“ wischte er sich den Schweiß von der „Erich-Honecker-Brille“, er ulkte, er habe Spiderman anrufen wollen, jedoch kein Netz bekommen, und foppte andauernd seinen Bühnenkumpel Stoffel, „die Spandauer Ratte“.

Dann sprach wieder seine Musik. Nicht übermäßig anspruchsvoll arrangiert, aber bestens temperierte Streicheleinheiten mit akustischer Gitarre, puristischem Pianospiel und starken Melodien. „Station To Station“, ein Lied über das Unterwegssein, „Travelling Years“, ein Lied über die Sehnsucht nach Liebe, „Good Intentions“, ein Stück, das von guten Vorsätzen handelt - allesamt Herzensöffner. Viel Applaus für den Spaßmacher, den Kumpel und den Musiker.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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