Das Duo Soulsonic mit Weihnachtsliedern im Kulturzentrum Schlachthof

Balladen im Lamettakleid

Romantische Stimmung: Andreas Köthe und Romana Reiff im Schlachthof. Foto:  Schoelzchen

KASSEL. Die Mutter hatte es kommen sehen: „Romana war kaum mehr als ein Jahr alt, da sang sie unterm Weihnachtsbaum „iir indelei ommet“, erzählte sie nach dem Konzert und vor dem Zugabenteil von Soulsonic im gut gefüllten Kulturzentrum Schlachthof. Und weil ihre Tochter das mit „so viel Hingabe“ tat, wusste sie schon damals, „dass aus „der Kleinen mal eine Sängerin wird.“

Zusammen mit dem Pianisten Andreas Köthe präsentierte Romana Reiff am Sonntagabend dem Publikum traditionelle Weihnachtslieder in Soulsonic-Färbung.

Jazzige Stimmung

Das bedeutet: Nicht nur weihnachtliche Besinnlichkeit war an diesem Konzertabend Trumpf, sondern auch jazzige Balladenstimmung mit Glitzerlametta und Kerzenromantik. „Jingle bells“, „Stille Nacht“ und viele andere Weihnachtsklassiker perlten an diesem Abend aus den Boxen, doch so bekannt sie den Gehörgängen waren, mit den gängigen Klangschablonen hatten sie wenig gemein.

Das lag an den ohrenschmeichelnden Arrangements und Soli, mit denen Köthe die Klassiker auch auf dem Klavier zu einem Hörgenuss machte. Und es lag an Romana Reiff.

Zärtlich, warm und fast ein bisschen ehrfürchtig interpretierte sie die Weihnachtsklassiker mit ihrer samtig-dunklen Soulstimme und räumte ganz nebenbei auch noch mit Klischees auf, mit denen Sängerinnen, die nur von einem Piano begleitet werden, wohl gern bestückt werden: „Ob ich denn auch lasziv ans Piano gelehnt die Songs bringen würde, wurde ich gefragt“, erzählte sie und karikierte diese Konfiguration kurz mit einer witzigen Pose.

Was gab es noch bei dieser Konzert-Bescherung? Schmusig-schön interpretierte Lieder von Nora Jones, wie „Come away with me“ und, wie sich das zu Weihnachten gehört: Geschenke. Die überreichte Romana dem „treusten Fan“ und einem guten Geist, der sie schon „zu so vielen Konzerten gefahren hat“.

Mit viel Applaus, aber erst nach einigen Zugaben, verabschiedete das Publikum das Duo.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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