Ein Ballermann-Hit ist die letzte Hoffnung der SPD

Vielleicht ist Mario Hennig Deutschlands mutigster Politiker. Schließlich muss der SPD-Bundestagskandidat geahnt haben, welche Reaktionen sein selbst komponiertes Lied „Harzer Septemberwind“ hervorrufen würde.

Vor einigen Wochen hat der 47-Jährige, der für die Sozialdemokraten am 22. September im Wahlkreis 68 (Harz und Aschersleben) antritt, den Song bei Soundcloud hochgeladen. So was hat sich noch keiner getraut.

Das zweiminütige Stück, das Hennigs Freund Rainer Günther singt, klingt wie ein Kinderlied im Ballermann-Remix. Und dann erst der Text. „Mario ist ein Garant / Für ein sozial gerechtes Land“, heißt es dort. Und: „Wir ziehen mit viel Fleiß mit dem Septemberwind / Der uns die Zukunft bringt.“ Schließlich die Forderung: „Hennig an die Spree / wählt SPD.“ Wie verzweifelt muss man unter dem Spitzenkandidaten Peer Steinbrück sein, um mit so etwas Wähler überzeugen zu wollen?

Hier können Sie sich das Lied bei Soundcloud anhören.

Über seinen Wahlkreis hat der Gewerkschaftssekretär Hennig diese grammatikalisch abenteuerliche Zeile gedichtet: „Bei uns wird rot gewählt, sich das selbst versteht.“ Das stimmt insofern, als die Linke vor vier Jahren 32,2 Prozent erhielt. Für die SPD (17,2) reichte es hinter der CDU (31,4) nur zu Platz drei. Da ist man schon froh, wenn man überhaupt wahrgenommen wird.

Immerhin mehr als 32.000 Mal wurde der „Harzer Septemberwind“ bei Soundcloud schon abgespielt. Und auf Dorffesten, berichtet Hennig stolz, „haben sogar schon einmal DJs nach dem Lied gefragt“. Trotzdem sieht es so aus, als würde der Wind Hennig und den Sozialdemokraten bis zum 22. September weiter ins Gesicht blasen.

Von Matthias Lohr

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