Kristjan Järvi leitete Konzert

Das Baltic Youth Philharmonic spielte in der Martinskirche

Konzentration: Das Orchester Baltic Youth Philharmonic unter der Leitung von Kristjan Järvi (links) in Kassel. Foto:  Malmus

Kassel. Die Musiker des Baltic Youth Philharmonic stammen aus den zehn Anrainerstaaten der Ostsee mit zehn sehr verschiedenen Nationalsprachen. Und doch sprechen sie alle eine gemeinsame Sprache namens Musik.

Das junge Orchester aus dem Ostseeraum gab am Sonntagabend seinen Jahresabschluss vor fast vollen Bänken in der Kasseler Martinskirche. Am Ende gab es Jubel und fünf Zugaben (Bach, Air und Badinerie; Daniel Schnyder, Wassermusik nach Händel, Stille Nacht und ein schwedisches Volkslied von Hugo Alfvén).

Das reguläre Programm umfasste vier Stücke aus dem halben Jahrhundert zwischen 1894 und 1943. Zu Anfang die selten zu hörende 3. Symphonie von Sergej Rachmaninow. Kristjan Järvi ließ das Orchester schwelgen, doch vermied er den ganz großen Pinselstrich, was der Interpretation, zumal in der halligen Martinskirche, guttat. Ein Hauch von Filmmusik durchwehte das protestantische Gotteshaus.

Ganz anders „Till Eulenspiegels lustige Streiche“ von Richard Strauss, Klang gewordener Humor, Ironie, Sarkasmus. Auch hier überdrehte das Orchester, auf allen Positionen bestens besetzt, nicht.

Järvi ließ viel fließen, dirigierte rund, wenn auch mit nicht immer nachvollziehbarer Gestik (warum nur bekamen die Kontrabässe so viel von seiner Aufmerksamkeit?).

Ein kurzes Intermezzo, das klangselige Zwischenspiel aus Wilhelm Stenhammars Oratorium „Sangen“ (Das Lied), beruhigte wieder. Nur wenige Minuten lang, badet es förmlich in hymnischen Harmonien von großer Reinheit.

Zum Schluss dann Paul Hindemiths „Sinfonische Metamorphosen über Themen von Carl Maria von Weber“, die - welch Zusammentreffen - am 1. November Kristjan Järvis zehn Jahre älterer Bruder Paavo in der Stadthalle mit dem Deutschen Symphonie-Orchester aufgeführt hatte. In der Martinskirche verstand es Kristjan, alles aus dem Orchester herauszuholen.

Die Musiker hatten ihre Freude an den schillernden Variationen und rundeten so eine hervorragende Leistung ab. Das Orchester war auf Einladung der Wintershall AG gekommen, der Erlös ist für die Aktion „Kinder für Nordhessen“ bestimmt.

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