Vorstellung auf Vernissage

Die Band erika51 veröffentlicht ihr Debütalbum

+
Kennen sich aus Stuttgart: Die Mitglieder der Band erika51 (von links) Klaus Pfeiffer, Georg Stock, Steffen Moddrow und Lupe Wolf.

Der Kasseler Musiker Steffen Moddrow hat sich einen Wunsch erfüllt und mit seiner Band eine Platte aufgenommen. Präsentiert wird sie bei einer Ausstellung in der Musikakademie.

Bloß nicht wie irgendeine deutsche Rockband klingen. Das dachte sich Steffen Moddrow vor zwei Jahren im Urlaub, auf der Insel Föhr, am Strand spielte gerade eine Band aus Gambia. Das war schon was damals: Reggae im Sand von Nordfriesland.

„Ich lebe viel in Gegensätzen“, sagt der 57-Jährige heute. Moddrow sitzt entspannt in seinem Stuhl, die Beine überschlagen, den rechten Arm lässig auf der Rückenlehne – „laid back“, könnte man sagen. 

Der Schlagzeuger, Autor und Künstler hat es geschafft: Seine Band erika51 klingt keinesfalls gewöhnlich. Diese Band klingt nach Punk, manchmal orientalisch, nach Western sogar – und, natürlich: nach Reggae. Sie selbst nennen es Weltkrautrock.

Es ist ein Konzeptalbum

Sie, das sind Steffen Moddrow am Schlagzeug, Lupe Wolf am Bass, Georg Stock an der Gitarre und Klaus Pfeiffer, ebenfalls Gitarrist und zudem am Tsouras, einem griechischen Saiteninstrument. Alle singen sie auf ihrem Debütalbum, das so heißt wie die Band selbst und von erika51 auf einer Vernissage der Künstlerin Erika Oppelt vorgestellt wird. Die Musiker kennen sich aus Stuttgart, teils aus der Schulzeit sogar.

Die Platte, ein Konzeptalbum, erzählt von Gegensätzen, von Konsum und Romantik, von Kapitalismus und Gefühl. Wie geht das zusammen?

„Widersprüche machen Wahrnehmung möglich“, sagt Moddrow, der auch sagt, dass das Album „authentisch“ klingt, obwohl er das Wort eigentlich hasst. Genauso wie „experimentell“. Alles Worthülsen, meint er, der sich selbst als Wahrheitssucher bezeichnet. 

Ein bisschen Kapitalismuskritik

Ihre Wahrheiten transportiert erika51 in ironischen Songtexten, oft versteckt unter doppelten Böden, aber auch direkt, wie in „Alice im Billigland“ – einem Lied, das mitnimmt in ein Einkaufszentrum und das erzählt von den „preisschildverklebten“ Blicken der Menschen. Kapitalismuskritik? 

Auch, sagt Moddrow, vor allem ginge es ihm aber um Fremdsteuerung. Um die Fremdsteuerung durch Konsum, die einem selbstbestimmten Leben entgegenstehe. Um Waren als Ersatzbefriedigung. Ein „Öko, der im Wald lebt“, sei er jedoch nicht. Vor ihm auf dem Tisch: sein MacBook. 

Aber nochmal zurück zum Genre. Was stört den Mann an Deutschrock?

Zu „eckig“ sei der häufig, meint Moddrow, und zu düster zudem. Er spricht davon, dass ihm Poesie in Texten wichtig ist, dass er es liebt, wenn die Musik swingt und Menschen sich dazu bewegen.

Leichtfüßige Lieder über das menschliche Dasein in einer modernen, kapitalistischen Welt – bestenfalls ohne erhobenen Zeigefinger. Darum geht es dem Musiker. 

Mit seiner Band erika51, sagt Moddrow, hat er sich den Wunsch erfüllt, solche Lieder aufzunehmen und eine Platte rauszubringen. „Auch als Produkt.“

Termin: Vernissage und Auftritt „sounding...“, Freitag, 19 Uhr, Konzertsaal der Musikakademie Kassel (Karlsplatz 7). Album: erhältlich über www.erika51.com und bei Scheibenbeisser in Kassel (ab 12 Euro).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.