Kasseler sind auch dabei

Popstars gegen Ebola: Dritte Auflage von Band Aid mit Milky Chance

+
Bob Geldof rief und alle kamen.

30 Jahre nach der Premiere von Band Aid lässt Bob Geldof erneut singen. Diesmal nicht, um den Hunger in der Welt zu bekämpfen sondern die Immunkrankheit Ebola.

All jenen, die nun wieder das Benefiz-Lied „Do They Know It’s Christmas“ kritisieren, hat Bob Geldof schon vorher recht gegeben. Es sei ein „naives, nervtötendes Stück, ein lächerliches Weihnachtslied“, sagte der irische Popstar über den Song, mit dem er Geschichte schrieb.     

1984 sah der Musiker hungernde äthiopische Kinder im TV. Mit seinem Kollegen Midge Ure (Ultravox) schrieb Geldof daraufhin „Do They Know It’s Christmas“ und gründete das Projekt Band Aid. Das Lied, in dem Stars wie Phil Collins und George Michael zu hören waren, sowie zwei Neuaufnahmen 1989 und 2004 spielten 250 Millionen Dollar für Afrika ein.   

Band Aid zum Dritten 

Milky Chance.

Auch die dritte Version, die seit gestern bei iTunes verfügbar ist, wird sehr viel Geld zusammenbringen – diesmal soll es gegen Ebola verwendet werden. Im offiziellen Clip sieht man ein Seuchenopfer und anschließend Stars wie Bono in das Sarm West Studio im Londoner Stadtteil Notting Hill gehen. Dort wurde nicht nur die erste Band Aid Aufnahme vor 30 Jahren eingespielt, dort lebt in unmittelbarer Nachbarschaft auch ein großer Teil der Künstler, die an der neuen Version beteiligt sind. Mit einer Limousine kommen sie dennoch vorgefahren.

Die erste Zeile darf die Boygroup One Direction singen. Auch Chris Martin (Coldplay), Seal und Ed Sheeran sind bei Band Aid 30 dabei. Den Text hat Geldof angepasst: „Kein Friede und keine Freude zu Weihnachten in Westafrika. Die einzige Hoffnung, die sie haben werden, ist am Leben zu bleiben.“     

Der Zweck heiligt die Mittel

Musikalisch ist das alles nicht der Rede wert. Der gute Zweck heiligt die Mittel. Der britische Staat verzichtet sogar auf die Mehrwertsteuer. In Berlin hat Campino Musiker wie Clemens Rehbein vom Kasseler Pop-Duo Milky Chance und Thees Uhlmann zusammengetrommelt, um eine deutsche Version aufzunehmen. Den Literatur-Nobelpreisträger Wole Soyinka werden wohl auch sie nicht überzeugen können. Der Nigerianer sagte einst über Geldof und dessen Mitstreiter: „Sie scheinen zu glauben, Afrikaner könnten sich nicht selbst helfen und bräuchten dafür Popstars.“  

Afrikaner helfen sich selbst      

Dass sie sich sehr wohl selbst helfen und obendrein auch noch bessere Musik machen können als die Band-Aid-Popstars, beweisen Tiken Jah Fakoly, Amadou & Mariam, Salif Keita und andere mit ihrem Song "Africa Stop Ebola", der ebenfalls bei iTunes heruntergeladen werden kann und dessen Einnahmen an die Organisation Ärzte ohne Grenzen gehen. Dazu kann man sogar tanzen.

Das Band Aid 30 Video gibt es HIER.

Das Video zu "Africa Stop Ebola" gibt es HIER.

Von Matthias Lohr und Wilhelm Ditzel

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.