Kasseler Komik Kolloquium: Preisverleihung, Lesungen, Ausstellungen und Tagung

Die Bandbreite des Humors

Maren Kroymann

Kassel. Warum scheiden sich am Humor die Geister? Auch damit wird sich das Kasseler Komik Kolloquium beschäftigen - und zwar ernsthaft. Denn zu der alle zwei Jahre stattfindenden Veranstaltungsreihe gehört auch eine wissenschaftliche Tagung. Deren Thema ist diesmal „Kunst oder Komik?“

Kunstvolle Komik und komische Literatur stehen vom 26. Februar an in unterschiedlichen Kasseler Kultureinrichtungen im Zentrum. Auftakt ist wieder die Verleihung des Kasseler Literaturpreises für grotesken Humor im Rathaus.

Er geht an Thomas Kapielski. Das Original Oberkreuzberger Nasenflötenorchester, dem der 59-jährige Schriftsteller angehört, wird aufspielen. Den Förderpreis bekommt Jan Neumann. Übersetzer, Autor und Schauspieler Harry Rowohlt wird dessen kurze Komödie „Knolls Katzen“ vortragen.

Einst nur Ursprung des Kolloquiums, ist um die Preisverleihung herum in den vergangenen Jahren das Programm immer weiter gewachsen. „Unterschiedliche Bausteine wurden zusammengefügt“, sagt Kurator Friedrich W. Block - von der Reihe „3durch3“ im Kunsttempel bis zur Langen Lesenacht im Schlachthof. Inzwischen ist Block, Geschäftsführer der Stiftung Brückner-Kühner, die 1985 die Preisverleihung initiiert hatte, überzeugt: „Es gibt in Europa nichts Vergleichbares.“

Block freut sich besonders auf die ganze Bandbreite des Komischen bis hin zu Subversivem, die an acht Kolloquiumstagen deutlich werden soll - „eine ganz spannende Mischung“ von der Popliteratur über Experimentelles bis zum wissenschaftlichen Diskurs.

Er wird vom Vorurteil handeln, dass das Komische keine Kunst sei. „Eigentlich ist das längst ausgeräumt“, sagt Block, „aber es blüht immer wieder auf.“ Überprüft werden soll etwa beim Autor Arno Schmidt, ob ästhetischer Anspruch einer komischen Wirkung entgegensteht, ob das kritische Auge beim Blick auf anspruchsvolle Künstler blind ist für deren komische Seite.

Und auf Maren Kroymann freut sich Block besonders. Die 61-jährige Schauspielerin, Kabarettistin - die erste, die im deutschen Fernsehen eine eigene Satire-Sendung hatte - und Sängerin war vor zehn Jahren zum letzten Mal beim Kolloquium zu Gast. Im Gespräch mit Ruth Fühner wird Kroymann über die Verhältnisse zwischen den Geschlechtern sowie zwischen Ost- und Westdeutschen beim Humor sprechen.

Armin Noll von der Caricatura, die wieder mit im Kolloquiumsboot ist, freut sich besonders auf die Lange Lese-nacht mit Rebekka Kricheldorf, Jochen Schmidt und Philipp Tingler: „Wir haben da polarisierende Figuren am Start“, sagt er, „die auch vom Auftreten her nicht unterschiedlicher sein könnten.“

Von Mark-Christian von Busse

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