Schwaben spielen beim Homberger Burgbergfestival

Ein Bandname wie ein Spitzname aus der Grundschule: Heisskalt im Interview

Die Stuttgarter Band Heisskalt ist bei Chimperator unter Vertrag, dem Label des Erfolgs-Rappers Cro, macht aber krachigen Indierock mit intelligenten deutschen Texten. Nun spielen die Schwaben auf dem Homberger Burgbergfestival.

Bislang war das Stuttgarter Label Chimperator für HipHop bekannt. Die Plattenfirma hat mit Cro Deutschlands erfolgreichsten Rapper hervorgebracht. Nun haben die Schwaben eine Rock-Abteilung gegründet. Bekanntester Act hier ist das Quartett Heisskalt, das krachigen Indierock mit Hardcore-Einschlag und intelligenten deutschen Texten spielt. Am 6. September spielt die Band auf dem Homberger Burgbergfestival. Wir sprachen mit Sänger Mathias Bloech (26).

Sie haben in den letzten drei Tagen auf drei Festivals gespielt. Wie geht es Ihnen? 

Mathias Bloech: Ich bin unglaublich müde. Es ist, als käme man nach einem dreitägigen Superurlaub mit den Kumpels nach Hause. Montag ist für mich der neue Sonntag. Ich gammele in der Jogginghose auf dem Sofa herum.

Kann man sagen, dass der Erfolg von Heisskalt auf einer Schnapsidee beruht? 

Das Burgbergfestival 

Heisskalt sind mit der Mannheimer Band Bakkushan Headliner beim Burgbergfestival in Homberg (Schwalm-Eder-Kreis) am 6. September. Außerdem spielen bei dem Festival auf dem Stellberg (Rudolf-Harbig-Straße 5) Blessed in Rage, Trust In Random, Grained, Rescue Rapunzel, My Cold Embrace, Valerie’s Frenzy und Nadine Fingerhut. Am 5. September gibt es eine Irish Night mit Potheen Rovers und Chip’n’Steel.

www.burgbergfestival.de

Bloech: Ja, wir haben in zwei anderen Bands gespielt, und wie es dann so ist, ziehen die einen weg und die anderen bleiben zurück. So haben wir zusammengefunden. Noch können wir von unserer Musik zwar nicht leben, aber wir hoffen, dass sich das ändert.

Ihr Manager hat angeblich mit einem Mitarbeiter von Cros Label Chimperator gesoffen, ehe beide beschlossen, eine Rock-Abteilung aufzumachen.

Bloech: Sie haben zufällig im selben Raum gesoffen. Am Tag danach wusste unser Manager nichts mehr davon. Die Rock-Abteilung ist trotzdem zustande gekommen.

Welchen Vorteil hat es, dass Sie bei einem HipHop-Label unter Vertrag sind? 

Bloech: Die Assoziation mit Cro sorgt für eine größere Bekanntheit. Das muss aber nicht immer ein Vorteil sein. Manchmal spammen Typen unseren Youtube-Channel zu und fragen, wieso wir keine Pandamasken tragen. HipHop haben wir schon immer gehört, nun bekommen wir einen tieferen Einblick. Allerdings warten wir noch auf den Tag, an dem wir uns auch als Band mit Rap beschäftigen.

Sie haben am Pop-Camp des Deutschen Musikrats teilgenommen. Was haben Sie bei dem „Meisterkurs für populäre Musik“ gelernt? 

Bloech: Der Name klingt unheimlich schlimm. Aber das Pop-Camp ist eine coole Sache. Man wird da nicht zu effizienten Ökonomiemaschinen erzogen, die den Kreativmarkt erobern sollen. Wir haben in einem geilen Surrounding geprobt und Workshops zu Themen belegt wie: Was ist eigentlich die Gema? Und wie haue ich mir als Band nach zwei Jahren nicht auf die Fresse? Seitdem mieten wir uns ab und an eine einsame Hütte wie zuletzt im Schwarzwald und haben gemeinsam Spaß.

Früher haben Sie auf Englisch gesungen. Reagieren die Fans anders, seitdem Sie deutsche Texte schreiben?

Bloech: Ich weiß noch, wie ich einmal solo aufgetreten bin und englisches Singer-Songwriter-Zeugs gesungen habe. Als ich dann „Dezemberluft“ spielte, wurde es totenstill im Raum. Die Leute haben auf einmal zugehört. Das kann auch an meiner bekackten englischen Aussprache gelegen haben. Aber ich kann mich im Deutschen einfach viel besser ausdrücken.

Wie sind Sie auf den Bandnamen gekommen? Hatten Sie da auch zu viel getrunken? 

Bloech: Nein, der war einfach irgendwann da. Und keiner hat sich Gedanken gemacht, ob er nun cool ist. Unser Bandname ist wie ein doofer Spitzname, den man in der Grundschule bekommt.

Von Matthias Lohr 

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