Im Bann des Mondes: Jubel für Theater-Jugendorchester-Projekt

Bravourös: Carl Rumstadt (Ein Schultheiß, sitzend) und Mitglieder des Cantiamo- und des Cantamus -Chors. Foto: Klinger

Kassel. Um den Mond und seine Faszination drehte sich das diesjährige Theater-Jugendorchester-Projekt des Staatstheaters Kassel.

Bei der Premiere am Freitag im fast ausverkauften Schauspielhaus zogen die Akteure die Zuschauer in den Bann des Mondlichts.Die 64 jungen Musiker und Dirigent Alexander Hannemann präsentierten die schwungvolle Ouvertüre zu Jacques Offenbachs „Die Reise auf den Mond“, Stücke von Sergei Prokofjew und Zdenek Fibich sowie den lyrischen „Mondesaufgang“ von Vílem Blodek. Schauspieler Enrique Keil ergänzte humorvoll und gestenreich lunatisch inspirierte Schlagertexte, etwa Friedel Henschs „Der Mond von Wanne-Eickel“.

Der Trabant leuchtete

Und tatsächlich leuchtete dann der Erdtrabant von der Bühne: als Videoanimation ebenso wie als goldene Scheibe, die von einem stilisierten Ast baumelte.

In Carl Orffs prallem Einakter „Der Mond“ nach dem gleichnamigen Grimm’schen Märchen machen vier Burschen (klanglich herausragend und beeindruckend agil: Benedikt Eder, Daniel Holzhauser, Musa Nkuna und Marc-Olivier Oetterli) ein Geschäft. Sie verkaufen die Wartung des Lichts an die naive, in wetterfestem Einheitsblau auftretende Dorfbevölkerung (Inszenierung: Espen Fegran, Kostüme: Ursula Kriegel). Selbst die Untoten vergnügen sich schließlich im Mondenschein, den die Burschen mit ins Grab genommen haben.

Petrus persönlich (Dieter Hönig) muss die Ordnung wiederherstellen, nicht ohne allerdings ausgiebig mitgefeiert zu haben. Der Cantamus-Chor des Staatstheaters, der Cantiamo-Chor der Universität und ein perfekt abgestimmtes Ensemble aus zwei Klavieren und von sechs Jugendlichen gespieltem Schlagwerk meisterten die anspruchsvolle, an die „Carmina Burana“ erinnernde Partitur bravourös. Jubelnder Beifall.

Wieder am 11.7., 19.30 Uhr, 12.7., 16 Uhr, 21., 23.7., 19.30 Uhr. Karten: Tel. 0561/1094-222, www.staatstheater-kassel.de

Von Felix Werthschulte

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