Schauspielerin Michelle Rodriguez über „World Invasion“ und andere Actionfilme

„Barbie ist langweilig“

Früher hätte man Michelle Rodriguez (32) als Rasseweib bezeichnet und dies als Kompliment verstanden. Der Texanerin mit lateinamerikanischer Herkunft liegen nicht die romantischen Liebeskomödien, sondern harte Actionfilme wie „The Fast And The Furious“, „Resident Evil“ und „Avatar“, in denen sie ihre Frau stehen kann. Auch ihr neuester Film „World Invasion: Battle Los Angeles“, der am Donnerstag in die Kinos kommt, macht da keine Ausnahme.

Als Hubschrauberpilotin Trudy Chacon in „Avatar“ sind Sie endgültig zum Star geworden.

Michelle Rodriguez: Ja, weil es der erfolgreichste Film aller Zeiten geworden ist. James Cameron sagte mir, warum er mich für diese Rolle auswählte. Er sah mich acht Jahre vor „Avatar“ in „Girlfight“ und konnte mich nicht mehr vergessen. Er hat mir die Rolle der Trudy auf den Leib geschrieben. Hey, wie toll ist das denn!

Im neuen Film „World Invasion: Battle Los Angeles“ bekommen Sie es schon wieder mit Außerirdischen zu tun. Wird Ihnen das nicht langsam zu viel?

Rodriguez: Nein, schließlich ist es wieder ein Actionfilm, und ich liebe es mitzumischen und habe keine Angst, mich schmutzig zu machen. Warum sollten nur Männer solche Rollen spielen dürfen? Klar kenne ich genügend Kolleginnen, für die das nichts wäre, weil sie befürchten, ihr Make-up zu ruinieren. Aber ich bin schon als kleines Mädchen auf Bäume geklettert und habe gern gerauft.

Wie gefällt Ihnen der realistisch-schmutzige Stil, mit dem Regisseur Jonathan Liebesman die Invasion der Erde durch Aliens inszeniert?

Rodriguez: Genau darin liegt der Reiz des Films. Jonathan wollte keinen epischen Science-Fiction-Film drehen, sondern das dokumentarische Sehgefühl aus Kriegsfilmen wie „Black Hawk Down“ erzeugen.

Wie viele Ihrer Stunts haben Sie selbst ausgeführt?

Rodriguez: Wenn es nach mir gehen würde, würde ich sehr viel mehr selbst machen. Aber das erlaubt die Versicherung nicht. Autostunts etwa darf ich nur machen, wenn der Wagen nicht schneller als 30 Stundenkilometer fährt. Eine Stuntfrau macht es bei doppelter Geschwindigkeit. Die hat den Spaß, und meine Aufgabe dabei ist, gut auszusehen.

Woher kommt diese Durchsetzungskraft, die sich in Ihren Actionrollen widerspiegelt?

Rodriguez: Warum darf eine Frau nicht auch mal hart sein? Ich bin so aufgewachsen. Barbie fand ich langweilig, G.I. Joe hingegen cool, weil er eine Waffe hatte. Es gibt viele Mädels, die so sind wie ich, es aber nicht ausleben können. Ich gebe ihnen eine Stimme.

Eine wichtige Station in Ihrer Karriere war die Kultserie „Lost“. Wie stehen Sie dazu?

Rodriguez: Das macht man, wenn dich niemand mehr engagieren will, weil sie denken, du bist verrückt. Was daran lag, dass ich mit Alkohol am Steuer erwischt wurde. Heute bin ich klüger. „Lost“ war eine tolle Erfahrung, doch ich hatte immer Angst davor, Fernsehen zu machen. Da besteht die Gefahr, dass du zu sehr eins mit deiner Rolle wirst, sodass dein Publikum dich in anderen Filmen gar nicht mehr annehmen will. Und außerdem, wer will schon sechs Jahre lang immer das Gleiche machen? Trotzdem mag ich die Serie, weil ich die Idee dahinter gut finde. (Ricore)

Von Markus Tschiedert

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