Vielfalt beim Bad Wildunger Jazzfestival

Bassgewitter und Delikatessen

Ausnahmebassist: Helmut Hattler. Archivfoto: Meyer

Bad Wildungen. „Es geht schon mit Stimme und Bass, gell?“, fragte der aus Ulm stammende Meister der tiefen Saiten am Kirchplatz in Bad Wildungen. Und wie es ging! Obwohl sie keinen Schlagzeuger dabei hatten, zeigten Soulsängerin Siyou Isabelle Ngnoubamdjum und Ausnahmebassist Hellmut Hattler, wo in Sachen Groove der Hammer hängt. Etwa mit dem Beatles-Song „Come Together“. Da stimmte das Publikum elektrisiert mit „Over me“ in den Refrain ein.

Unterschiedliche Musikstile für nahezu jeden Geschmack kamen beim 15. Bad Wildunger Jazzfestival zusammen. 23 Bands bespielten am Wochenende fünf Bühnen, drei davon im Freien. Swing, Dixie, Soul und wilde Hendrix-Stücke erfüllten die malerische Bad Wildunger Altstadt, aber es gab auch kammermusikalische Delikatessen. Allein am Samstag kamen rund 2500 Gäste zu dem Musikereignis im Kreis Waldeck-Frankenberg.

Das Duo Siyou’n’Hell mit dem höllisch dampfenden Bassgewitter von Hellmut Hattler und der vokalen Kraft von Siyou Isabelle Ngnoubamdjum war eine mächtige, aber nicht die einzige Attraktion. Große Namen gastierten auch im voll besetzten Spritzenhaus. Dabei zeigte sich die Jazzmoderne von ihrer delikaten Seite - und von ihrer weiblichen.

Mit einer Ballerina und einer Prinzessin wird die Gitarristin Susan Weinert von den Jazzschreibern gern verglichen. Eine Klavier spielende Lyrikerin von hohen Graden ist die Pianistin Julia Hülsmann. Die beiden waren mit ihren Trios zu Gast und stiegen außerdem für einige Stücke jeweils in die Band der Kollegin ein. So gab es das Susan Weinert Global Players Trio mit Julia Hülsmann und das Julia Hülsmann Trio mit Susan Weinert. Das waren herzliche Momente, das war eine Spontaneität, wie es sie nur im Jazz gibt.

Extrabeifall erspielte sich bei den Global Players der Percussionist David Kuckhermann, ein Zauberer auf der Kistentrommel Cajón und dem arabisches Tamburin Riq. Neben den Bassmännern Martin Weinert und Marc Muellbauer war im Spritzenhaus noch Heinrich Köbberling mit von der Partie. Ein lebhaftes Schlagzeugspiel steuerte der an der Musikhochschule Leipzig lehrende Drummer bei, ein gebürtiger Bad Arolser übrigens.

Von Georg Pepl

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