Comedian ist am 21. Januar mit „Schmerzfrei“ in der Kasseler Eissporthalle

Interview mit Atze Schröder: Bauchmuskelkater garantiert

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Comedy füllt Hallen – der Überzeugung ist Atze Schröder. Am 21. Januar tritt er in der Kasseler Eissporthalle auf.

Ein charmanter Frechdachs – das ist Atze Schröder. Zumindest sagt er das über sich selbst. Im Interview spricht der Comedian über die deutsche Comedy-Szene, sein neues Programm, mit dem er im Januar auch in der Kasseler Eissporthalle auftritt und darüber, wie er sich darauf vorbereitet.

Herr Schröder, in den vergangenen Wochen wurde viel über den künftigen Moderator von „Wetten, dass... ?“ diskutiert. Mit Ihren Locken erinnern Sie ein wenig an Thomas Gottschalk. Wäre das nichts für Sie?

Atze Schröder (lacht): Ich glaube da polarisiere ich zu sehr. Ich finde, das muss einer machen, der alle vor dem Fernseher vereint. Hape Kerkeling wäre ideal gewesen. Ich würde Helmut Schmidt vorschlagen, denn er ist ja sowas wie ein Papst in Deutschland. Zumindest steigt immer weißer Rauch auf, wenn er da ist.

Im Fernsehen ist es ruhig um Sie geworden. Vermissen Sie nicht die regelmäßigen Auftritte vor der Kamera?

Schröder: Nein, auf keinen Fall. Ich stehe am liebsten auf der Bühne, dann kommt das Radio und dann erst das Fernsehen. Deswegen habe ich mich ganz bewusst etwas zurückgezogen.

Stichwort Bühne: Füllen denn Comedians in Deutschland noch Hallen?

Schröder: Ja, die Anzahl der Ticketverkäufe nimmt noch weiter zu. Ich glaube, Menschen gehen da absichtlich hin, um abzuschalten. Wir werden mit schlechten Nachrichten bombardiert und kennen ja eigentlich nur die Krise. Und wenn dann jemand kommt, der einen für zwei Stunden richtig unterhält, honorieren das die Leute schon.

Gilt in der deutschen Comedy-Szene dabei eigentlich auch das Motto „Höher, schneller, weiter“ – sind Tabubrüche nötig, um zu unterhalten?

Schröder: Ich glaube die Tabubrüche waren vor zehn Jahren schlimmer, einfach weil es damals noch viel mehr Tabus gab. Zum Beispiel Ingo Appelt, der zum ersten Mal das böse Wort mit „F“ im Fernsehen gesagt hat, oder andere, die sich über den Papst lustig gemacht haben. Ich glaube, dass man heute mehr Wahrheiten nennen kann.

Die Bühnenfigur Atze Schröder ist schon lang im Geschäft, an das Schrille hat man sich gewöhnt. Wird dieses Image mit der Zeit nicht langweilig?

Schröder: Ich sag mal: Franz Beckenbauer oder Udo Jürgens machen es auch so und werden ja auch mit den Jahren immer besser. Das hab’ ich mir genauso vorgenommen.

Wie bereiten Sie sich auf Ihre Bühnenauftritte vor – üben Sie vor dem Spiegel?

Schröder: Mein neues Programm habe ich zum Beispiel in 30 kleineren Preview-Shows eingespielt. Da probiert man viel aus, nimmt Sachen wieder rein, lässt welche raus... Meine Techniker hören das dann mitunter 200 Mal. Aber ich habe jeden Abend den Ehrgeiz, sie wieder zum Lachen zu bringen – insofern nehme ich auch jeden Abend etwas Neues mit rein.

Haben Sie Rituale?

Schröder: Ich singe mit der ganzen Crew, inklusive Lkw-Fahrer und Koch, vor der Show ein Liedchen. Wir singen Fantasielieder oder hin und wieder mal etwas Traditionelles wie „Kleine Möwe flieg’ nach Helgoland“. Das ist ein schöner Termin abends, fünf Minuten vor der Show.

Was erwartet die Zuschauer bei Ihrem Auftritt am 21. Januar in Kassel?

Schröder: Mein Programm heißt „Schmerzfrei“. Auch das Publikum muss eine gewisse Schmerzfreiheit mitbringen, denn das ist bisher mein härtestes und witzigstes Programm. Ich kann garantieren, dass man am nächsten Tag speziell im Bauchbereich Muskelkater hat.

Der Kasseler Atze Schröder-Auftritt ist bereits ausverkauft.

Von Kristina Marth

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