Baunataler Herbstpalast: Stefan Gwildis als charmanter Entertainer

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„Lass den Dingen ihren Lauf“: Stefan Gwildis bringt viele Pop-Klassiker auf Deutsch.

Baunatal. Der Herbst kann kommen - zumindest in Baunatal (Kreis Kassel). Über 3000 Vorbestellungen liegen für das Festival im „Baunataler Herbstpalast“ vor. Zum Eröffnungskonzert mit Stefan Gwildis strömten am Freitag 800 Besucher in die zum Palast erhobene Stadthalle.

Die Stimmung war prächtig. Der 53-jährige Hamburger Sänger, dessen Gesangsstimme an Bühnenkollegen wie Roger Cicero oder Klaus Lage erinnern, ist ein echter Entertainer. Er hat Charme, Bühnenpräsenz und starke persönliche Ausstrahlung.

Schon nach wenigen Minuten hatte Gwildis den heißen Draht zu seinem Publikum gefunden und animierte erfolgreich zum Mitsingen. Mit seinem dunklen Jackett über dem weißen Hemd und den silbergrau melierten Haaren erinnert er, besonders bei ge-swingten Stücken, an Kultstars wie Tom Jones, Tony Christie oder Frank Sinatra.

Nach der Hälfte des Konzertes sorgte das Publikum auch selbst für Unterhaltung: „Wollen wir eine Pause machen?“, rief der Sänger. Ein lautstarkes „Nein“ kam aus dem Auditorium zurück. „Muss denn niemand mal raus?“, rief Gwildis. „Neiiin!“, kam es wieder im lautstarken Chor zurück. Gwildis lachte und machte durch.

Sein Programm ist geschmückt mit eigenen, aber auch legendären Blues- oder Popstücken, die er neu arrangiert und auf Deutsch bringt. So wird aus dem Bill-Withers-Ohrwurm „Aint’t no Sunshine“ - „Allem Anschein nach bist du es“, aus Marc Cohns „Walking in Memphis“ - „Gestern war Gestern“ oder aus dem Blood, Sweat & Tears-Stück „Spinning Wheel“ - „Lass den Dingen ihren Lauf“.

Zu viel „Halleluja“

Unterstützt wurde Gwildis von einer hervorragend aufspielenden siebenköpfigen Band, der er viel Raum für Soli ließ. Fazit: musikalisch gesehen ein großartiges Konzert. Bedauerlich nur, dass Gwildis gegen Ende des Abends seine Witzeleien ein wenig übertrieb. Dass er als Dauergag das Publikum im Stil eines amerikanischen Predigers mit „Halleluja, Brüder und Schwestern“ ansprach, darüber konnte man noch lachen. Doch zu glauben, er könne auch mit Kalauern wie „Heute ist der Tag an dem die Vorhaut von Jesus gefunden wurde“, punkten, hatte eher etwas Peinliches.

Heute, 19.30 Uhr, im Baunataler Herbstpalast: Comedian Markus Maria Profitlich.

Von Steve Kuberczyk-Stein

Fotos: Start des Baunataler Herbstpalasts

Start des Baunataler Herbstpalasts

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