Beeindruckend: Bachs h-Moll-Messe mit der Kantorei St. Martin

Gaben ein beeindruckendes Kirchenkonzert: Die Mitglieder der Kantorei St. Martin. Foto: Malmus

Kassel. Kompliment an die Kantorei St. Martin und Eckhard Manz für das Adventskonzert in der voll besetzten Martinskirche. Ein Ehrfurcht erweckendes Monumentalwerk war dort zu erleben: die h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach.

Welch hohe Anforderungen diese Summe von Bachs Vokalschaffen an die Ausführenden stellt, zeigt unter anderem eine Anekdote aus dem 19. Jahrhundert. 1838 plante Felix Mendelssohn Bartholdy, der neun Jahre zuvor Bachs Matthäuspassion zur Wiederaufführung verholfen hatte, Teile der großen Messe aufzuführen. Mendelssohn nahm bald Abstand von diesem Vorhaben. Die Chöre seien nämlich „furchtbar schwer“.

Umso großartiger war, was die Kantorei St. Martin hören ließ. Sie bot eine Glanzleistung mit souverän bewältigter Rasanz, einem gut durchhörbaren Klang und einer ausgefeilten Binnendynamik, die gerade die Fugenstrenge belebte. Vom zurückgenommenen Piano am Ende des ergreifenden „Crucifixus“ bis zum Jubel reichte das Spektrum des Chores.

Straff und energisch dirigierte Eckhard Manz, der sich bei seinen oft schnellen Tempo-Vorstellungen auch auf das ausgezeichnete Orchester St. Martin-Barock um Konzertmeisterin Swantje Hoffmann verlassen konnte. Virtuos pulsierte der Originalklang, eloquent klangen die vielgestaltigen Soli, und für prächtigen Bläserglanz sorgte das Trompetenensemble von Hannes Rux.

Bei den Gesangssolisten setzte Johanna Krell mit ihrer schlackenlos reinen Alt-Arie „Agnus Dei“ einen ausdrucksvollen Höhepunkt. Feinen Wohlklang verbreitete auch der Tenor Andreas Post im „Benedictus“. Kultiviert, doch etwas verhalten sang der Bass Ekkehard Abele.

Hinzu kamen die bewährte, wenngleich nicht ganz so schlank klingende Sopranistin Traudl Schmaderer sowie die Altistin Annette Bialonski, die zweimal im „Credo“-Teil das Ensemble ergänzte, was einen plastischen Kontrast zwischen Solisten-Quintett und Chor ermöglichte. Ein beeindruckendes Kirchenkonzert – das Publikum nahm es zu Recht mit großer Begeisterung auf.

Von Georg Pepl

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